Mit Emil und Lotta gutes Benehmen lernen
Emil und Lotta in Aktion: Die Malteser‑Ehrenamtlichen bringen mit ihren Handpuppen die Vorschulkinder zum Mitdenken – über Respekt, Rücksicht und gutes Miteinander.Foto: Nicola van Bonn
Caritas in NRW Was bringen Sie den Kita-Kindern bei?
Dorothee Jacobi: In erster Linie geht es um das freundliche Miteinander, wie man einen Streit beendet, dass man Rücksicht auf andere Menschen nimmt, zum Beispiel mal eine Tür aufhält oder sein benutztes Taschentuch in den Abfalleimer wirft. Also so was wie die Grundlagen des Miteinanders.
Caritas in NRW: Ist das nicht etwas, was die Kinder schon in der Familie lernen?
Dorothee Jacobi: Wir nehmen wahr, dass Benehmen in den Familien immer häufiger eben nicht gelernt wird, weil die Eltern es als nicht so wichtig erachten, den Kindern Regeln beizubringen. Da wir von außen kommen, als Gäste sozusagen, und dann auch noch mit Puppen agieren, ist es für die Kinder eine ganz andere Motivation zu lernen, als wenn Eltern oder Erzieher die Regeln immer wieder wiederholen.
Caritas in NRW: Welche Aufgabe erfüllen die Puppen?
Dorothee Jacobi: Wir haben ganz besondere Puppen - Handpuppen, die etwa 65 Zentimeter groß sind. Die Puppen nehmen eine Rolle ein. Da ist der Emil, der ganz viel falsch macht und der entweder von den Kindern oder uns korrigiert wird. Und es gibt seine Freundin Lotta, die mit Emil in den Dialog tritt.
Caritas in NRW: Wie nehmen die Kinder das auf?
Dorothee Jacobi: Emil und Lotta sind eigentlich die wichtigsten Personen in diesem Kurs. Wir machen die Beobachtung, dass die Kinder durch diese Puppen ganz besonders angesprochen werden. Ich glaube, die Kinder vergessen sogar manchmal, dass wir als Puppenspieler auch noch da sind. Die Erzieherinnen berichten uns häufiger, dass die Kinder die gelernten Regeln auch wirklich anwenden und sich gegenseitig daran erinnern, was sie im Kurs gehört und geübt haben.
Caritas in NRW: Gibt es ein Erlebnis, das Ihnen in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Dorothee Jacobi: Ich nehme aus jedem Kurs etwas für mich selbst mit. Ich freue mich zum Beispiel, wenn die Kinder sich verabschieden und sagen: "Ach schade, können Emil und Lotta nicht noch mal wiederkommen?" Das empfinde ich als besonders beglückend.
Caritas in NRW: Die ersten Benimmkurse wurden für Jugendliche, nicht für Kita-Kinder konzipiert. Welchen Tipp geben Sie jungen Menschen für ein gelingendes Miteinander mit auf den Weg? Was ist die wichtigste Regel?
Dorothee Jacobi: Gutes Benehmen hat so einen verstaubten Anstrich. Respekt, Achtung und Rücksicht sind wichtig. Das sind die drei Dinge, die ein Mensch beherzigen sollte - für ein gutes Miteinander privat und auch im Beruf.
Die Fragen stellte Nicola van Bonn.