Autopflege mit Perspektive
In Caritas-Werkstätten wie hier in Sundern wird mit großem Erfolg die Pflege von Autos angeboten.Foto: Caritas
In Hagen gehört die Autopflege seit der Gründung der Caritas-Werkstatt CWH am Konrad-Adenauer-Ring zum Angebot. "Das ist nah am allgemeinen Arbeitsmarkt", sagt Gruppenleiter und Kfz-Meister Manuel Droletz. Beschäftigte lernen dort Reifenwechsel, Innen- und Außenreinigung oder Polierarbeiten. Sogar Ozonbehandlungen werden angeboten.
Insgesamt arbeiten in Hagen 13 Menschen mit Behinderung in der Autopflege, begleitet von zwei Gruppenleitern. Die Werkstatt richtet sich vor allem an Menschen mit psychischen Erkrankungen, aber auch Beschäftigte mit geistigen und körperlichen Einschränkungen arbeiten dort mit. "Jeder kann was finden, was er machen kann", sagt Droletz.
Direkter Kontakt zu Kunden
Besonders wichtig sei der direkte Kontakt zu Kundinnen und Kunden. "Unsere Leute reden mit anderen Menschen und merken, dass ihre Arbeit anerkannt wird", erzählt Droletz. Manche Kunden brächten als Dankeschön auch mal Süßigkeiten oder Kekse vorbei. Die Resonanz sei durchweg positiv.
Auch in Sundern entstand beim Caritasverband Arnsberg-Sundern 2019 eine Autopflege. "Die Idee war zunächst, überhaupt Arbeitsplätze vor Ort anzubieten", sagt Einrichtungsleiter Andreas Schneider. Als ein Autohaus mit Werkstatt leer stand und zu haben war, griff man zu. Neben der Autopflege entstand mit "check & snack" zugleich ein Café.
Heute arbeiten dort 33 Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen. Im Café bereiten Beschäftigte Frühstück vor für Leute, die auf ihr Auto warten, aber auch für ganze Gruppen. Denn: "Das Frühstück hier ist sehr beliebt", sagt Schneider. Im Autopflegebereich werden die Fahrzeuge gründlich gereinigt oder saisonale Radwechsel durchgeführt. Die Arbeit werde individuell aufgeteilt. "Der eine macht die Scheiben, der andere saugt aus oder macht die Felgen sauber", erklärt Schneider. "Jeder, wie er kann."
Grafik: Caritas Arnsberg-Sundern
Sechs Monate im Voraus ausgebucht
Der Erfolg überrascht selbst die Verantwortlichen. Die Innenreinigung ist sechs Monate im Voraus ausgebucht. "Das ging hier in Sundern rum wie ein Lauffeuer", sagt Schneider. Vier Beschäftigte konnten inzwischen auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden - drei davon aus dem Cafébereich. Für Schneider ein wichtiges Zeichen: "Menschen mit Behinderungen so fit zu machen, dass sie auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten können - das ist unsere Aufgabe."
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