Trotz eindeutig geregelter gesetzlicher Vorgaben erleben viele verschuldete Menschen weiterhin große Schwierigkeiten mit ihren Pfändungsschutzkonten (P‑Konten). Kontoumwandlungen erfolgen verspätet, gesetzliche Freibeträge werden nicht rechtzeitig berücksichtigt, Guthaben bleiben blockiert. Das muss sich ändern. "Die Caritas fordert daher entschlossenes Handeln der Politik, um den Pfändungsschutz wirksam durchzusetzen", sagt Stephan Jentgens, Diözesan-Caritasdirektor im Bistum Aachen. Er stellt sich hinter eine Forderung der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AGSBV), der auch die Caritas angehört. Sie hat in der Aktionswoche Schuldnerberatung unter dem Motto "Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P‑Konto zum Problemkonto wird" auf anhaltende Missstände beim Pfändungsschutzkonto aufmerksam gemacht. Nach ihren Angaben gibt es in Deutschland monatlich rund 300000 Kontopfändungen.
"‚Wie komme ich an mein Geld?‘ - Diese Frage hören unsere Schuldnerberaterinnen und ‑berater regelmäßig", sagt Jentgens. "Wenn Banken gesetzliche Regelungen nicht korrekt umsetzen, kann das existenzielle Folgen haben: Mieten werden nicht bezahlt, Energieabschläge nicht abgebucht, der Lebensunterhalt ist nicht gesichert. Das P‑Konto muss den Schutz bieten, den das Gesetz vorsieht", so Jentgens. Der Gesetzgeber müsse den staatlichen Schutz des P‑Kontos als soziales Sicherungsinstrument endlich wirksam gewährleisten.
Die AGSBV kritisiert rechtliche Unklarheiten, etwa beim Pfändungsschutz bestimmter Sozialleistungen wie Wohngeld oder Unterhaltsvorschuss. "Diese führen häufig zu Zuständigkeitsstreitigkeiten, Verzögerungen und zusätzlicher Belastung für Betroffene", sagt Roman Schlag, Sprecher der AGSBV.

