Ein Platz zum Reden
Das Projektteam mit Tasha Jahnke, Saman Simo, Finn Janssen und Johanna Burshille
(v. l.) probiert die "Plauderbank" am Berufskolleg Schloß Neuhaus selbst aus.Foto: Rebecka Klassen
Die Idee zu dieser sogenannten "Plauderbank" brachte Tasha Jahnke ein, Auszubildende beim Caritasverband für das Erzbistum Paderborn. Entstanden ist das Projekt im Unterrichtsfach "Geschäftsprozesse". Dort sollten die Schülerinnen und Schüler lernen, wie Projekte geplant und umgesetzt werden - nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch. "Wir sollten ein eigenes Projekt entwickeln, das möglichst zu den UN-Nachhaltigkeitszielen passt", erzählt Jahnke. "Am Anfang waren wir ehrlich gesagt ziemlich überfordert."
Die entscheidende Idee kam von einer Kollegin, mit der sie über die Aufgabe sprach. "Sie hat mir von der Plauderbank der Caritas-Konferenzen erzählt und meinte: Schau dir das doch mal an, vielleicht könnt ihr so etwas umsetzen." Aus der Idee wurde schnell ein konkretes Vorhaben. Gemeinsam mit ihrer vierköpfigen Projektgruppe sprach Tasha Jahnke mit der Schulleitung, klärte die Kosten und kümmerte sich um die praktische Umsetzung. "Wir mussten erst einmal klären, ob wir überhaupt etwas im Flur zwischen den Gebäuden aufstellen dürfen - wegen Brandschutz und solcher Dinge", berichtet sie. Auch die Finanzierung musste gesichert werden. Ihr Arbeitgeber und der ihres Vaters sowie der Förderverein der Schule unterstützten das Projekt. Insgesamt kostete die neue Sitzlandschaft immerhin 620 Euro. Denn die fertige Plauderbank ist deutlich größer geworden als ursprünglich angedacht.
Gemütliche Eckbank
Statt einer einfachen Sitzbank entschied sich die Gruppe für eine gemütliche Eckbank mit viel Platz. "Wir haben da schon mit zehn Leuten draufgesessen", sagt Tasha Jahnke lachend. "Das ist fast wie eine Wohnzimmerecke." Im Mittelpunkt steht die bewusste Begegnung statt der Dauerblick aufs Smartphone. "Die wichtigste Regel lautet: Kein Handy!", erklärt die Auszubildende. "Man merkt ja in der Schule sofort: Alle sitzen nebeneinander und schauen nur auf ihre Bildschirme."
Gerade deshalb sollte die Plauderbank ein Gegenpol sein - auch zu den anderen Sitzgelegenheiten der Schule. Ein Ort, an dem Gespräche wieder selbstverständlich werden. "Man kann dort mit Freunden reden, mit Mitschülern oder einfach mal zur Ruhe kommen", sagt Tasha Jahnke. "Vielleicht setzt sich auch mal jemand dazu, den man vorher gar nicht kannte."
Johanna Burshille präsentiert ein Werbeplakat.Foto: Rebecka Klassen
Das Projekt erfordert Verantwortung
Ganz ohne Schwierigkeiten läuft das allerdings nicht immer. Auch auf der Plauderbank werden gelegentlich die Smartphones gezückt. "Ich ertappe mich manchmal selbst dabei", erzählt Tasha Jahnke. "Dann fällt mir ein: Ach nee, eigentlich war genau das nicht die Idee." Sie beobachtet, dass die Bank gut angenommen wird. Oft seien die Plätze belegt, manche würden sogar warten, dass die Bank frei wird. Besonders Freundesgruppen nutzen die neue Sitzgelegenheit in den Pausen.
Sie selbst habe dabei viel gelernt, sagt Tasha Jahnke. "Ich habe gemerkt, wie viel Organisation hinter so einem Projekt steckt und dass man manchmal auch selbst Verantwortung übernehmen muss." Die Erfahrungen nimmt sie nun mit - ebenso wie die Hoffnung, dass die Idee auch woanders funktioniert. "Ich könnte mir das sehr gut auch in anderen sozialen Einrichtungen, Altenheimen etwa, vorstellen", sagt sie. "Da sind die Menschen vielleicht auch noch offener als wir Schülerinnen und Schüler für Gespräche mit Menschen, die sie noch nicht kennen."
www.bksn.de/2026/die-plauderbank-ein-ort-fuer-begegnung-und-austausch/
Instagram: bksn_paderborns