Caritas in NRW

Müttergenesungswerk

Susanne Laschet neue Schirmherrin

Susanne Laschet steht mit einer Spendendose in einer belebten Fußgängerzone der Kölner Innenstadt. Eine Seniorin steckt Geld in die Spendendose, eine weitere Frau steht unmittelbar daneben.Sammlungen für Mütter: Mutter-Kind- Kuren sind eine Pflichtleistung der Krankenkassen. Die Spenden helfen, damit der Eigenanteil an einer Kur von 220 Euro und zusätzliche Ausgaben für Gepäcktransport und kreative Angebote nicht zum Kurhindernis für ärmere Familien werden.Kathrin Becker

Man darf sich Klaus Tintelott als glücklichen Menschen vorstellen. Der Gesundheitsfachmann arbeitet beim Caritasverband für das Erzbistum Paderborn. Zugleich ist er Sprecher des Fachausschusses Müttergenesung NRW der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen. Glücklich macht ihn, dass es jetzt auch in NRW eine Schirmherrin für das Müttergenesungswerk gibt. Susanne Laschet, Ehefrau des Ministerpräsidenten, ließ sich nicht lange bitten. Für sie ist das nicht nur ein rein symbolisches Ehrenamt. Am Samstag vor dem Muttertagssonntag griff sie selbst zur Sammelbüchse und bat im Schatten des Kölner Doms um Spenden für die gute Sache. Denn der Arbeit des Müttergenesungswerks und der ehrenamtlichen Sammlerinnen gebührt nach wie vor Wertschätzung: Gestärkte Mütter stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Was bringt Frauen und zunehmend Männer dazu, eine Kur zu beantragen? Es sind vor allem die Anforderungen, die sich aus Mehrfachbelastungen ergeben. Frauen sollen Karriere im Beruf und erfolgreiche Kindererziehung unter einen Hut bringen, und dabei müssen sie oft noch die Pflege älterer Angehöriger übernehmen. Belastungen, die von Müttern genannt werden, sind vor allem der ständige Zeitdruck, die berufliche Anspannung, die Vereinbarkeitsfrage, Erziehungsschwierigkeiten, mangelnde Anerkennung, Partnerschaftsprobleme und nicht zuletzt finanzielle Sorgen.

Im Gespräch mit Schirmherrin Susanne Laschet und Sammlerinnen des Müttergenesungswerks berichtete Marion Salvador, berufstätige Mutter von vier Kindern, wie gut ihr die Kur mit dem Müttergenesungswerk getan hat. "Zu Hause bin ich für alles verantwortlich, hier war ich einmal drei Wochen für nichts verantwortlich", berichtet sie. "Ich bin gut umsorgt worden und konnte gestärkt in meinen Alltag zurückkehren." Dabei ist eine Kur kein Urlaub, eine intensive und ausführliche Kurberatung ist wichtig.

Unter dem Dach des Müttergenesungswerks arbeiten in Nordrhein-Westfalen die fünf Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt, Caritas, der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz und die Diakonie zusammen. Die Verbände betreiben 150 Kurberatungsstellen, die Mütter und Väter auf eine Vorsorge- oder Rehamaßnahme in einer Müttergenesungseinrichtung vorbereiten. In Nordrhein-Westfalen selbst unterhält das MGW fünf Kliniken. 2017 konnten 12000 Mütter und Väter und fast 18000 Kinder aus NRW mit dem Müttergenesungswerk zur Kur fahren. Die Beratungsstellen ermitteln nicht nur vorher den Bedarf und helfen bei der Antragstellung - sie kümmern sich auch um die Nachsorge.

Reinhard van Spankeren