Voneinander lernen im Miteinander
Inklusives Ferienprogramm
Voneinander lernen
Wasserspielzeug fasziniert Jung und Alt: Das Magnet-Angeln draußen steigert zudem Koordination und Konzentration.Foto: Eduard-Michelis-Haus
Seit vier Jahren findet in Gladbeck ein inklusives Ferienprogramm für Kinder mit ohne Behinderung auch generationenübergreifend statt. Über vier Wochen sind 25 Kinder im Grundschulalter von montags bis freitags im Eduard-Michelis-Hauses, einer Senioreneinrichtung, zu Gast, essen dort zu Mittag und werden dort betreut. Für die älteren Bewohnerinnen und Bewohner ist es eine willkommene Abwechslung, die Kinder spielen zu sehen. Manchmal sind die Generationen auch gemeinsam aktiv, zum Beispiel bei einem Kunstprojekt, bei dem Leinwände mit Farbe bespritzt und später zugunsten des ambulanten Kinderhospizdienstes versteigert wurden. Wenn das Wetter es zulässt, spazieren Alt und Jung gemeinsam in den nahe gelegenen Wald. Dann helfen die Ferienkinder bereitwillig beim Rollstuhlschieben. Umgekehrt sind sie gern gesehene Gäste beim Bingospielen im Wohnbereich. Das Ferienprogramm sorgt für Lebendigkeit und Abwechslung im sonst eher ruhigen und beschaulichen Alltag der Alteneinrichtung - und die Kinder machen die Erfahrung, dass man auch trotz Alter und Einschränkung viele Dinge mit gegenseitiger Unterstützung gemeinsam tun und dabei voneinander lernen kann.
Smartphone-Sprechstunde
Digitale Brücken im Seniorenheim
Für viele ältere Menschen kann der Umgang mit Smartphone und Co. eine echte Herausforderung sein. Hier setzt die Smartphone-Sprechstunde der youngcaritas Witten an. Ein- bis zweimal im Monat treffen sich Ehrenamtliche mit Seniorinnen und Senioren, um digitale Kompetenzen zu vermitteln und generationsübergreifenden Austausch zu fördern. Im gemütlichen Beisammensein lernen die Teilnehmenden praktische Anwendungen: Wie finde ich die passende Busverbindung? Wie installiere ich eine neue App? Wie verschicke ich Nachrichten? Die jungen Helferinnen und Helfer stehen mit Rat und Tat zur Seite und zeigen Schritt für Schritt, wie digitale Angebote den Alltag erleichtern und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stärken können. Bereits Dutzende Seniorinnen und Senioren konnten von der Aktion profitieren - und auch die jungen Ehrenamtlichen schätzen den Austausch und die Begegnungen sehr.
Miriam Venn
Mehrgenerationenhaus
In der Brutzelküche ist jeder willkommen
In der Brutzelküche im Mehrgenerationenhaus der Caritas in Arnsberg wird gemeinsam geschnippelt, gekocht und gegessen.Foto: Peter Radischewski | Caritas Arnsberg-Sundern
Im Mehrgenerationenhaus Arnsberg duftet es montags nach frischem Gemüse und Suppe. Seit acht Jahren treffen sich hier Menschen zum gemeinsamen Kochen und Essen - ohne Anmeldung, kostenlos, einfach so. "Bei uns steht das Miteinander im Mittelpunkt", sagt Leiterin Christiane Linn. "Essen tut jeder - und gemeinsam schmeckt’s besser."
Das Konzept ist schlicht und erfolgreich: Ab zwölf Uhr wird geschnippelt, ab eins gegessen. Zwischen 25 und 35 Menschen sitzen dann an langen Tischen, erzählen, lachen, teilen Rezepte und Erinnerungen. "Da sitzt die Seniorin neben dem Rollstuhlfahrer, die Mutter mit Kind neben dem Rentner - ganz bunt gemischt", erzählt Linn. Finanziert wird das Projekt über Bundesmittel und kirchliche Förderung.
Besonders spannend wird es, wenn verschiedene Generationen zusammenkommen. "Die Älteren erzählen, wie sie mit wenigen Zutaten kochen mussten, die Jüngeren bringen moderne Ideen und vegetarische Gerichte mit", sagt Linn. "Dabei entsteht ein Austausch, der weit über die Küche hinausgeht." Einmal kam eine Schulklasse vorbei - und plötzlich sprachen Jugendliche und Senioren über Jugendsprache und frühere Schimpfwörter. "Da wurde viel gelacht. Die Jüngeren haben gestaunt, dass auch die Älteren früher ihre eigene Sprache hatten. Solche Momente zeigen, wie nah man sich trotz aller Unterschiede sein kann."
Die Brutzelküche ist Teil eines ganzen Netzwerks im Haus. Nach dem Mittagessen kann man bleiben: zum Tischtennis, Tanzen oder einfach auf einen Kaffee. "Das ist das Schöne - keiner muss gleich wieder gehen."
Für Christiane Linn ist die Brutzelküche gelebte Caritas: "Hier begegnen sich Menschen, die sich sonst nie treffen würden. Das verbindet Generationen - durch Gespräche, gemeinsames Tun und ein gutes Essen."
Markus Jonas
