Rohingya-Flüchtlingskrise nicht vergessen!
Caritas-Delegation im Rohingya-Flüchtlingscamp. Im Jahr 2024 haben Programme unter dem Dach von Caritas Bangladesch in 88 Projekten rund 1,3 Millionen Menschen erreicht.Foto: Martina Züger
In Bangladesch leben 1,3 Millionen Rohingya, die aus dem Nachbarland Myanmar flüchten mussten, in inzwischen 33 überfüllten Camps. Menschenhandel, Kinderehen und Missbrauch sind allgegenwärtig im größten Flüchtlingscamp der Welt.
Die Rohingya können nicht vor und nicht zurück: In Myanmar werden sie im Bürgerkrieg weiterhin verfolgt. Für die vielen Kinder und Jugendlichen, rund eine halbe Million, ist die Lage besonders bitter: Die Bildungsmöglichkeiten beschränken sich auf eine Grundausbildung in den Hauptfächern - diese ist jedoch aufgrund gekürzter Fördermittel nicht für alle zugänglich. Die aktuelle politische Lage erlaubt keine Aussage, ob sie die Campumgebung je werden verlassen können.
"Seit 2017 sind sie im Camp gefangen, und es gibt keine weiteren Perspektiven für sie. Es droht eine sogenannte vergessene Katastrophe", sagt Oliver Müller, Leiter von Caritas international.
In den Campabschnitten 13 und 19 konnte sich die Gruppe aus Deutschland verschiedene Aktivitäten von Caritas Bangladesch anschauen. Caritas Bangladesch unterstützt die Rohingya mit Baumaterialien und Schulungen: Die Familien bauen ihre Bambushütten selbst. In Lernzentren erhalten Kinder eine Basisausbildung.
Aufklärung über Gewalt und Menschenhandel
Im Protection-Programm nahm die Delegation an Seminaren zur Aufklärung über geschlechtsspezifische Gewalt, Kinderehen und Menschenhandel teil. Männer und Frauen aus den Gruppen tragen das Erlernte in ihre eigenen Familien und Nachbarschaften weiter. Die Gäste konnten mit Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen sprechen, die von Gewalt betroffene Rohingya unterstützen.
Essens Diözesan-Caritasdirektorin Stefanie Siebelhoff, die Mitglied der Delegation war, zeigte sich beeindruckt, "wie es Caritas Bangladesch mit wenigen Mitteln gelingt, benachteiligte Menschen zu empowern, zum Beispiel durch Schulungen zur Hygiene". "In den verschiedenen Community- und Awareness-Gruppen nehmen die Menschen ihr Leben wieder selbst in die Hand und bestimmen, wie es weitergeht", sagte Siebelhoff.
Spenden:
Caritas international
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BIC: BFSWDE33XXX
CY02169 Bangladesch
Caritas Bangladesch
"Das Land ist in hohem Maße vom Klimawandel betroffen: Zunehmende Überschwemmungen, Wirbelstürme und Flusserosion bedrohen Alltag und Lebensgrundlagen. Jugendarbeitslosigkeit, soziale Ungerechtigkeit und Diskriminierung benachteiligter Gruppen sind nach wie vor große Probleme", erklärt Daud Jibon Das, Geschäftsführer von Caritas
Bangladesch.