Jung und Alt, ein gemeinsamer Blick nach vorn
Klimaschutz
"Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit! Das wissen wir seit Langem und stellen trotzdem unsere kurzfristigen Interessen über das langfristige Überleben. Von den schon jetzt sichtbaren Folgen sind Menschen unterschiedlich betroffen: Menschen im Globalen Süden mehr als im Norden, arme Menschen mehr als reiche, alte Menschen mehr als junge. Es gilt aber auch: Junge Menschen werden stärker betroffen sein als die alten. Gemeinsam können wir den Kollaps jedoch abwenden."
Hubertus Strippel (62), Referent beim Caritasverband für das Bistum Essen
"Ich wünsche mir, dass die ältere Generation in Sachen Klimaschutz nicht wegschaut oder alles "runterdiskutiert". Jeder hat die Möglichkeit, beruflich, politisch oder durch das eigene Konsumverhalten etwas zu verändern. Nur wenn wir aufeinander zugehen und zusammen anpacken, können wir etwas bewirken. Junge Menschen bringen Energie und neue Ideen mit, die Älteren haben Erfahrung und Einfluss. Das müssen wir unbedingt kombinieren."
Jacqueline Langer (27), youngcaritas Bochum
Zukunft der Pflege
"Pflege kann auch lange vor Eintritt des Alters erforderlich werden. Egal wann es der Fall wird: Dann möchte ich gepflegt werden von Menschen, die wissen, was sie tun, die es gerne machen, die mich ernst nehmen und die all dies unter würdigen Arbeitsbedingungen tun können. Ich hoffe, dass ich im Alter gut versorgt werde, aber ich bin mir dessen nicht wirklich sicher."
Annette Uentrup (61), Referentin beim Diözesan-Caritasverband Münster
"Ich glaube nicht, dass ich im Alter gut versorgt sein werde. Der Personalmangel und die mangelnde Finanzierung im Pflegebereich machen mir Sorgen. Das System wirkt jetzt schon überlastet, und ich fürchte, dass es in Zukunft nicht mehr ausreichend funktionieren wird, wenn ich selbst darauf angewiesen bin. Pflege muss als systemrelevant anerkannt werden. Es braucht politische Weitsicht, Mut zur Reform und Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen und Finanzierung."
Mara Ludwig (23), Sachbearbeitung beim Diözesan-Caritasverband Münster
Generationengerechtigkeit
"Als junger Mensch arbeite ich mit vielen verschiedenen Generationen zusammen und merke, wie unterschiedlich wir über Zukunft und Sicherheit denken. Während einige schon recht klar auf ihre Rente schauen, frage ich mich oft, ob für meine Generation später überhaupt noch genug übrig bleibt. Auch bei den Sozialversicherungen fühle ich manchmal Unsicherheit. Hält das alles langfristig? Genau diese Gedanken bringen mich dazu, offener zu reden, mehr zu hinterfragen und im Austausch gemeinsame Orientierung zu finden."
Jan Schweisfurth (24), Caritaspflegestation Mechernich, Caritasverband für die Region Eifel
"In der Allgemeinen Sozialen Beratung unterstütze ich Menschen in Not. Immer mehr Klienten müssen mit kleinen Renten oder geringen Einkünften auskommen, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben. Und das bei gestiegenen Lebenshaltungskosten, da ist eine private Altersvorsorge kaum möglich. Ich frage mich daher, ob meine eigene Rente - mit Kindererziehungszeiten - reichen wird und wie unser Sozialsystem auch für kommende Generationen erhalten bleibt. Unser soziales Sicherungssystem ist für mich vorbildlich: Wir stehen füreinander ein. Das sollten wir unbedingt bewahren."
Miriam Keutgen (53), Allgemeine Soziale Beratung, Caritasverband für die Region Eifel
Engagement
"Wenn die geburtenstarken Jahrgänge jetzt in Rente gehen, ist das eine Generation mit einem enormen Potenzial an Erfahrung, Wissen und Tatkraft. Viele suchen nach einer sinnstiftenden Aufgabe - es liegt an uns, sie zu erreichen und die Möglichkeiten im Ehrenamt sichtbar zu machen. Ehrenamtliches Engagement findet sich in allen Generationen, aber die Art und Weise unterscheidet sich. Ältere bringen Erfahrung und Kontinuität mit, Jüngere neue Ideen und Spontanität."
Bianca Pohlmann (52), Referentin Engagementförderung beim Diözesan-Caritasverband Köln
"Es gibt ja bereits viele ältere Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Eine noch größere Anzahl wäre sicherlich gut, da hier ein großes Potenzial an Erfahrung in allen Lebensbereichen schlummert. Meine Erfahrung als Koordinatorin bei Kölsch Hätz zeigt mir allerdings, dass aktuell auffallend viele junge Menschen sich für eine ehrenamtliche Mitarbeit interessieren."
Hildegard Altenrath (72), Koordinatorin bei Kölsch Hätz







