Die Möglichmacherin
Annette Uentrup ist kein Mensch, der große Reden schwingt: "Ich will einfach, dass es läuft und dass alle zum Zuge kommen." Dieser Satz beschreibt die 61-Jährige treffend. Seit 2020 ist sie Diözesanreferentin für SkF und SKM sowie seit einem Jahr Geschäftsführerin der Caritas-Konferenzen beim Diözesan-Caritasverband (DiCV) Münster. Im Herbst verabschiedet sie sich in den Ruhestand - nach einem Berufsleben, das von dem Wunsch geprägt war, Dinge voranzubringen.
Begonnen hat alles mit einer Ausbildung in der Krankenpflege. Es folgten drei Jahre Berufserfahrung in der Schweiz, anschließend wechselte sie nach Köln, wo sie als Stationsleitung und stellvertretende Pflegedienstleitung arbeitete. Nach der Rückkehr in die Heimat führte ihr Weg in ein psychiatrisches Krankenhaus in Gütersloh. Ein zunächst fremdes Arbeitsfeld, das sie bis heute geprägt hat: "Dort habe ich sehr viel gelernt - vor allem über das Leben."
Neugierig zu bleiben und sich weiterzuentwickeln, war ihr immer wichtig. Deshalb studierte sie Krankenpflegemanagement, leitete ein Altenheim und wechselte anschließend an eine Fachhochschule. Parallel absolvierte sie ein Studium der Gesundheitswissenschaften. Schließlich führte sie ihr Weg 2006 zum DiCV Münster. Dort war sie zunächst zwölf Jahre Krankenhausreferentin, leitete anschließend das Projekt Sozialraumorientierung und übernahm 2020 ihre heutige Aufgabe.
Im "Finale" ihres Berufslebens konnte sie ihre Erfahrungen einbringen und hatte Gestaltungsfreiheit. Besonders schätze sie die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Geschäftsführungskonferenz und die Nähe zur Praxis. "Man hat das Gefühl, dass die eigene Arbeit konkreten Niederschlag hat", beschreibt sie die Motivation, die sie bis heute antreibt. Die Fachverbände sind für sie "Orte gelebter Caritas", an denen Notleidende Unterstützung finden. Ihr Wunsch ist, dass diese Arbeit auch künftig die Aufmerksamkeit und Wertschätzung erhält, die sie verdient.
Uentrup räumt Hindernisse lieber aus dem Weg, als lange darüber zu sprechen. Sie beschreibt sich selbst als klar, aufrichtig und durchaus temperamentvoll - mit einer Portion Ungeduld, wenn Dinge nicht vorangehen. Gleichzeitig kann sie in schwierigen Situationen mit Schlagfertigkeit und Humor eine Gruppe auflockern.
Zu den Höhepunkten ihrer Zeit beim DiCV zählen das 100-jährige Jubiläum mit der Romfahrt und der Katholikentag in Münster - und immer wieder die Menschen: "Hier gibt es ein Grundbedürfnis, dass es den anderen gut gehen soll." Dieses Miteinander prägt den Arbeitsalltag. Zu wissen, dass Kolleginnen, Kollegen und die Caritas als Arbeitgeberin verlässlich an ihrer Seite stehen, habe ihr immer Sicherheit gegeben.