Ein soziales Europa wirkt vor Ort!
Der Paderborner Diözesan-Caritasdirektor Ralf Nolte vertreitt die Europa-Politik der Caritas in NRW.
Denn es geht um die Zukunft von Förderprogrammen, die die Caritas zur Finanzierung ihrer Arbeit nutzt. Geld aus Brüssel also, das in unseren Projekten unmittelbar Wirkung entfaltet, vor Ort, in NRW.
Noch agieren wir innerhalb des MFR 2021-2027. Doch in Brüssel wird bereits daran gearbeitet, wie es nach 2028 weitergeht. Die EU-Kommission plant umfassende Reformen und will die Struktur des Haushaltes fundamental vereinfachen.
Was bleibt für Soziales
Statt vieler unabhängiger Einzelprogramme soll es in Zukunft nur noch wenige große Ausgabenkategorien geben, u.a. die sog. Nationalen und Regionalen Partnerschaftspläne (NRPP). Hier sollen künftig alle Fonds, die in der sog. geteilten Mittelverwaltung zwischen EU und Mitgliedsstaaten umgesetzt werden, in einem einzigen Fonds zusammengefasst werden, darunter der für die Caritas so wichtige Europäische Sozialfonds (ESF).
Inzwischen hat die EU-Kommission für den MFR 2028-2034 ein Budget vorgeschlagen, über das nun diskutiert wird. Noch gibt es von der EU kaum Vorgaben, wieviel Geld ab 2028 wofür ausgegeben werden soll; nur eine vage "Zielmarke" von 14 Prozent für "soziale Projekte". Doch was wird darunter konkret verstanden? Wir blicken mit Sorge auf die laufenden politischen Diskussionen!
Reicht das Budget?
Insgesamt hat die EU-Kommission für den MFR 2028-2034 ein Budget von rund 1,8 Billionen Euro vorgeschlagen. Zum Vergleich: Der EU-Haushalt für die Förderperiode 2021-2027 umfasst rund 1,1 Billionen Euro.
Doch die EU soll neue Aufgaben übernehmen, etwa im Bereich der Verteidigung, und sie muss noch rund 750 Milliarden Euro an Krediten aus der Corona-Krise zurückzahlen.
Tatsächlich bleibt für die Umsetzung der kommenden EU-Politik in absoluten Zahlen daher maximal gleich viel Geld wie in der laufenden Förderperiode, inflationsbereinigt sogar deutlich weniger.
Europa ist Wertegemeinschaft
In der Caritas wünschen wir uns ein starkes und ein soziales Europa; eine EU, die sich nicht nur als Binnenmarkt, sondern vor allem als Werte- und Solidargemeinschaft begreift. Dafür braucht sie auch in Zukunft ausreichend Geld. Geld, das über Grenzen hinweg das Zusammenwachsen von Nationen und innerhalb der Grenzen den Zusammenhalt der Bevölkerung fördert. Geld, das sinnvolle Innovationen anstößt, das vor Ort ankommt und vor Ort Wirkung zeigt. Geld, über dessen Verwendung die Verwaltungen nicht allein entscheiden sollten, sondern dazu die organisierte Zivilgesellschaft partnerschaftlich einbinden müssen.
Viel davon wird schon heute tagtäglich in NRW realisiert und praktiziert. In dieser Broschüre lernen Sie ausgewählte Projekte kennen, die mit "Geld aus Brüssel" finanziert werden. Und Sie erfahren, was Menschen in- und außerhalb der Caritas mit Blick auf die Zukunft dieser Arbeit gerade sehr bewegt.