Zusammen geht was: Caritas verbindet
Markus LahrmannFoto: Andre Zelck
Verunsichert, gereizt, enttäuscht - so fassen Meinungsforschungsinstitute die Stimmung im Land zusammen. Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Politik ihre Probleme nicht schnell genug löst. Viele sorgen sich vor gesellschaftlichen Entwicklungen, die Einschränkungen und Mühen signalisieren. Dazu die Ängste angesichts der Kriege, Krisen, Ausbeutung und Ungerechtigkeiten weltweit. Als ob die Welt immer schneller Richtung Abgrund schlingert.
Stimmung ist nicht nur eine Frage von Parteien und Wahlen, sondern auch von Vertrauen, sozialer Sicherheit und dem Gefühl, in dieser Gesellschaft einen Platz zu haben, einen Beitrag zu leisten und Wertschätzung zu erfahren.
Die Caritas hat in diesem Jahr ganz bewusst versucht, einen Kontrapunkt zu setzen. Der Caritas-Sonntag am 20. September erinnert daran. "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen" - das hat die Caritas bundesweit plakatiert. Das meint: Zukunft entsteht dort, wo Generationen Verantwortung füreinander übernehmen. Die Caritas appelliert nicht nur an den Zusammenhalt in der Gesellschaft, sie arbeitet aktiv dafür. (So wie übrigens viele andere auch.) Zusammenhalt der Generationen bedeutet beispielsweise, die Erfahrungen der Älteren und die Perspektiven der Jüngeren zu verbinden. So wachsen Verständnis, Solidarität und faire Chancen für alle.
Die Caritas in NRW bringt in diesem Herbst bei etlichen Veranstaltungen Menschen miteinander ins Gespräch, schafft Begegnungsorte und fördert das gegenseitige Verständnis. Nicht das Trennende, sondern das Verbindende stärkt uns - jeden Einzelnen und uns als Gesellschaft. Vertrauen und Zugehörigkeit sind eine stabile Basis für einen Sozialstaat, der immer noch leistungsfähiger und gerechter ist als alles, was wir in anderen Ländern sehen.
Wie aber fördern wir Zuversicht und Hoffnung? Wir müssen uns mehr um jüngere Menschen kümmern. Eine Kultur der Teilhabe und Solidarität stärkt sie und fördert ihre Resilienz in der analogen und digitalen Welt.
Zuversicht und Hoffnung entstehen, wenn Menschen erleben: Es gibt Handlungsmöglichkeiten, andere stehen zu mir, und die Zukunft ist nicht schon entschieden. Gerade in einer angespannten gesellschaftlichen Lage ist das ein wichtiger Unterschied. Hoffnung ist kein Schönreden der Wirklichkeit, sondern die Erfahrung, dass Veränderung möglich bleibt.
