Zusammen geht was
Stephan Jentgens, Diözesan-Caritasdirektor für das Bistum Aachen Foto: Frank Kind Photography
Im Dialog von Freier Wohlfahrtspflege und Regierung wurden zahlreiche Veränderungen des Entwurfs erreicht: Die Fachberatung für die Träger erfolgt weiter durch die Fachberaterinnen und -berater der Spitzenverbände. Pflichten zur Dokumentation und Datenerhebung sind reduziert. Der zeitliche Umfang der Freistellung von Kita-Leitungen für Leitungsaufgaben ist an die neuen Betreuungszeiten von 30 und 40 Stunden pro Woche angepasst. Eingruppige Kitas werden weiterhin unterstützt wie bisher. Der Grundbetrag der pauschalen Förderung der Kitas wurde unbefristet um 200 Millionen Euro jährlich erhöht. Ein Ergebnis zum Wohl von Kindern, Eltern und Familien.
Der Dialog mit der Landesregierung und denen, die nun im Landesparlament für ein gutes KiBiz Verantwortung tragen, muss weitergehen. Im Interesse von Kindern, Eltern und Familien. Die Caritas in NRW wird ihren Beitrag leisten. Kinder haben Anspruch auf gute Bildung. Bereits in der Kita. Daher muss über folgende Dinge gesprochen werden:
- Die Freien Träger - sie betreiben drei Viertel der Kitas in NRW - müssen mit an den Tisch, wenn es um die verbindliche Gestaltung der Personalverordnung geht. Darin steht Grundsätzliches zum Einsatz und zur Qualität von Personal. Weniger davon darf nicht sein. Nur dann werden Trägervielfalt und gute frühkindliche Bildung verlässlich gesichert.
- Die in den Alltag integrierte Sprachförderung hat sich bewährt. Sie muss durch passende Methoden der beobachtenden Begleitung und Förderung gestärkt werden. Durch Sprache verstehen Kinder Zusammenhänge, bauen Bindungen auf und erschließen sich Bildungsinhalte. Das fördert Chancengleichheit.
- Die von Eltern für ihre Kinder gebuchte Zeit in der Kita, in der qualifizierte Fachkräfte sich intensiv um Erziehung und Bildung kümmern, muss so hoch wie möglich bleiben. Fachkräfte stellen durch ihre professionelle Ausbildung frühkindliche Bildung, soziale Entwicklung und individuelle Förderung der Kinder sicher.
- Die Gruppengrößen dürfen nur um eine möglichst geringe Anzahl von Kindern überschritten werden. Nicht zu große Kitagruppen sind entscheidend für hohe Bildungsqualität, individuelle Förderung und emotionales Wohlbefinden der Kinder.
- Die künftige Finanzierung der Kitas muss in der Erarbeitung einer neuen Kita-Formel geregelt werden. Daran sind die Träger verbindlich zu beteiligen. In diesem Zusammenhang ist auch die nicht gelöste Frage ausreichender Zuschüsse für Miete und Investitionen der Einrichtungen zu lösen.
Bei allen Kita-Fragen geht es der Caritas um eines: gute Qualität für frühkindliche Bildung und Erziehung im Interesse der Kinder. Das ist nur im Dialog zu erreichen. "Zusammen geht was", sagt die Caritas. Ich bin überzeugt: Zusammen geht was für Kinder und Familien in NRW.