"Viele wollen uns nicht sehen"
Rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich in Dortmund zur Wallfahrt für Wohnungslose aus den NRW-Bistümern.Foto: Michael Bodin | Erzbistum Paderborn
Beim Auftaktgottesdienst brachte Elmar Micus, Ehrenamtlicher vom WohlTun e. V. aus Dortmund, in einer Dialogpredigt mit dem Weihbischof die Stimme wohnungsloser Menschen ein: "Viele wollen uns nicht sehen. Bei der Fußballweltmeisterschaft sollten wir aus der Stadt verbannt werden - ich komme mir schon selbst vor wie ein Schandfleck." Darauf antwortete Weihbischof Holtkotte: "Jeder von uns ist in Gottes Hand und besitzt eine königliche Würde. Jeder darf sich getragen und geliebt fühlen - das ist die Botschaft des heutigen Tages."
Begegnungsprogramm
Nach dem Gottesdienst erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein kostenloses Essen sowie ein vielfältiges Begegnungs- und Freizeitprogramm. Zur Auswahl standen eine Stadtrundfahrt mit dem Hop-on-Hop-off-Bus, eine von der BVB-Gründerkirche organisierte Stadiontour, ein Besuch auf der Zeche Zollern, ein Achtsamkeitstraining, ein Upcycling-Projekt, das Gestalten von Buttons, ein Graffiti-Workshop sowie eine Filmvorführung im Roxy-Kino.
"Es geht darum, Menschen einen Tag zu schenken, an dem sie willkommen sind, Gemeinschaft erleben und einfach einmal genießen können", sagte der in Dortmund engagierte katholische Wohnungslosenseelsorger Oliver Schütte. Zum Ausdruck kam dies auch im Wallfahrtsmotto "You’ll never walk alone". Die bekannte Fußballhymne wurde gemeinsam im Gottesdienst gesungen.
Am Nachmittag trafen sich die Gäste wieder an der St.-Joseph-Kirche zu Kaffee und Kuchen. Anschließend feierten sie gemeinsam einen Abschlussgottesdienst mit der Möglichkeit zu Einzelsegnungen.
Die Wallfahrt für wohnungslose und obdachlose Menschen findet seit 1998 jährlich in einem anderen NRW-Bistum statt. Im vergangenen Jahr war Köln Gastgeber der Wallfahrt.
