Caritas gesprächsbereit
Deutscher Caritasverband/Julia Steinbrecht, KNA
Die Reaktionen der Wohlfahrtsverbände auf eine mögliche Rückkehr des Zivildienstes fallen verhalten aus. Stefanie Siebelhoff, Diözesan-Caritasdirektorin für das Bistum Essen und Sprecherin der Diözesan-Caritasdirektoren und -direktorinnen in NRW, stellt klar: "Zivildienst ist kein Selbstzweck, sondern an die Wehrpflicht gekoppelt." Solange nicht geklärt sei, ob und in welcher Form eine allgemeine Wehrpflicht komme, lasse sich eine Neuordnung des Zivildienstes nur begrenzt sinnvoll gestalten. Zudem stellt sie klar: "Der Zivildienst ist der alternative Dienst zum verpflichtenden Wehrdienst - er ist also keine Antwort auf einen Bedarf an billigen Arbeitskräften in sozialen Einrichtungen, auch wenn er dort faktisch spürbar würde."
Grundsätzlich könnte die Caritas als einer der früheren Hauptträger wieder Einsatzstellen anbieten: in der ambulanten wie stationären Pflege, in der Behindertenhilfe, in Kitas, in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in Fahrdiensten wie Mahlzeitendiensten, Krankentransporten oder Behindertenfahrdiensten. "Den größten Bedarf sehen wir in der Pflege - allerdings nur für Hilfs- und Assistenztätigkeiten, nicht als Ersatz für Fachkräfte."
Die Einführung eines neuen Zivildienstes kann aber nicht "auf Knopfdruck" geschehen. Anleitung, Praxisanleitende, Verwaltung und Unterbringung müssten erst wieder aufgebaut werden, während die vorhandenen Anleitungskapazitäten schon jetzt knapp seien, unterstreicht Siebelhoff. Auch forderte sie, dass es nicht zu einer neuen Geschlechterungleichheit kommen dürfe.
