Cedric Pelka: Der 28-Jährige macht mit bei Herz am TelefonCaritas Essen | Christoph Grätz
Was haben ein 28-Jähriger und eine Dame Anfang 80 einander zu erzählen? Eine Menge, weiß Cedrik Pelka, der sich beim Projekt Herz am Telefon ehrenamtlich engagiert. "Ich glaube, dass es viele ältere - aber auch jüngere - Menschen gibt, die sich nicht eingestehen wollen, dass sie einsam sind. Einsamkeit ist in Deutschland ein großes Thema, das noch viel zu wenig beachtet wird. Ich kann Freunde haben und jeden Tag unterwegs sein und mich trotzdem einsam fühlen", sagt Cedrik Pelka. Der 28-Jährige Fernsehjournalist engagiert sich bei der Aktion Herz am Telefon des Caritasverbandes für die Stadt Essen. Meist einmal pro Woche telefoniert er mit einer älteren Dame vom Niederrhein. Manchmal dauern die Gespräche eineinhalb Stunden, manchmal auch nur eine halbe.
Unkompliziert Zeit miteinander verbringen
Ganz nebenbei bringt das Projekt - wie in diesem Fall - Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander ins Gespräch. "Wir halten uns auf dem Laufenden und sprechen über Gott und die Welt. Das Schöne ist, dass es am Telefon ganz unkompliziert möglich ist, Zeit miteinander zu verbringen", erklärt Pelka die Vorzüge seines Ehrenamtes. Mittlerweile sei man auch vertrauter miteinander im Gespräch und beim Du. Und das, obwohl die beiden sich noch nie persönlich begegnet sind, was beim Projekt Herz am Telefon auch nicht vorgesehen ist. Natürlich gebe es manchmal unterschiedliche Auffassungen, sagt Pelka, aber bisher habe man im gegenseitigen Respekt auch damit umgehen können. Überhaupt sieht er sich in dieser "Beziehung" eher als Zuhörenden.
Ein besonders schönes Erlebnis für ihn war, als seine "Herz am Telefon"-Partnerin eine Fernsehdokumentation gesehen hatte, die sie berührt hatte, und darüber mit Cedrik reden wollte. "‘Ich habe den ganzen Morgen an Dich gedacht und wollte Dir das unbedingt erzählen‘, hat sie gesagt. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Wo komme ich sonst regelmäßig in Kontakt mit über 80-Jährigen?", fragt Cedrik Pelka, der keine Großeltern mehr hat. Bei seinem Job kommt ihm entgegen, dass Herz am Telefon ein Ehrenamt ist, das sich auch bei begrenzten zeitlichen Möglichkeiten gut in seinen Alltag integrieren lässt - und für ihn eine echte Bereicherung darstellt. Mehr über seine ungewöhnliche Telefon-Freundschaft berichtet Cedrik Pelka im caritalks-Podcast, Episode #111.
Direktorin Stefanie Siebelhoff: "Die gegenwärtigen Herausforderungen, wie der Klimawandel oder die Sicherung von Rente und Sozialsystemen, können nur gemeinsam gelöst werden."Caritas | Nicole Cronauge
Die Jahreskampagne der Caritas 2026
Initiativen wie Herz am Telefon, die den Dialog und die Begegnung zwischen den Generationen fördern, stellt die Caritas in diesem Jahr in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten - passend zum Motto der diesjährigen Kampagne "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen".
"Denn die gegenwärtigen Herausforderungen, wie der Klimawandel oder die Sicherung von Rente und Sozialsystemen, können nur gemeinsam gelöst werden", ist Stefanie Siebelhoff, Direktorin des Caritasverbandes für das Bistum Essen, überzeugt. "In unseren Einrichtungen und Diensten schaffen wir vielfältige Begegnungsorte für Alt und Jung. Hier machen Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen die Erfahrung, miteinander auf dem Weg zu sein und voneinander lernen zu können. So, wie beim Projekt "Herz am Telefon", erklärt die Caritas-Direktorin. Nur gemeinsam könne es gelingen, eine gute Zukunft für alle zu gestalten.
Informationen zur bundesweiten Jahreskampagne der Caritas gibt es unter www.caritas.de/kampagnen.