Caritas Köln fordert mehr Hilfen für Langzeitarbeitslose
Köln – Der Caritasverband für das Erzbistum Köln drängt auf mehr Hilfen für Langzeitarbeitslose. Die Kürzungen der Bundesregierung bei der Eingliederungshilfe im Jahr 2012 hätten die Lage der Langzeitarbeitslosen massiv verschlechtert, kritisierte Diözesan-Caritasdirektor Frank J. Hensel vor Journalisten in Köln. Die Zahl der Teilnehmer an Arbeitsmarktmaßnahmen sei 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent zurückgegangen; dies entspreche nicht den gesunkenen Arbeitslosenzahlen.
Laut Hensel sind in Deutschland 48 Prozent der Menschen ohne Job langzeitarbeitslos. Damit gebe es in der Bundesrepublik im EU- und OECD-Vergleich überdurchschnittlich viele Langzeitarbeitslose. Diese Menschen hätten oft gesundheitliche Einschränkungen, keine Schul- oder Berufsabschlüsse, schlechte Deutschkenntnisse und seien von früheren Suchterkrankungen, ehemaliger Wohnungslosigkeit und Straffälligkeit in der Vergangenheit betroffen. Sie benötigten passende Qualifizierungsangebote.
Laut Hensel verzeichnete die Kölner Caritas 2010 rund 2400 sogenannte Arbeitsgelegenheiten (AGH). Diese Zahl sei auf aktuell 970 und damit innerhalb von zweieinhalb Jahren um 60 Prozent gesunken, ohne dass von der Politik Alternativen geschaffen worden seien.
Die Caritas will laut Hensel die AGH-Stellen nicht einfach wieder etablieren. Vielmehr müsse ein „sozialer Arbeitsmarkt“ geschaffen werden, der eingeschränkt Leis-tungsfähigen tariflich entlohnte Jobs mit Beiträgen zu den Sozialkassen ermögliche. Die Unternehmen müssten als Ausgleich Lohnkostenzuschüsse erhalten. Diese könnten finanziert werden, indem die Kos-ten zur Sicherung des Lebensunterhaltes umgewandelt würden.
Die Bundesregierung hatte die Pauschalen für Träger von Wiedereingliederungsmaßnahmen bereits 2010 und 2011 um jeweils 20 Prozent gekürzt. 2012 wurden sie um weitere 10 Prozent reduziert.
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