Pflegerin reicht älterer Dame ihre Tabletten / DCV/KNA

Caritas in NRW – AKTUELL

5/2015

Die Bundesregierung plant keine Gesetzesreform, um die Weiterverwendung unverbrauchter Medikamente in Hospizen zu erlauben. Hospize sind weiterhin gesetzlich dazu verpflichtet, Medikamente verstorbener Patienten zu vernichten. Der Kölner Diözesan-Caritasverband kritisiert diese Wegwerf-Vorschrift. mehr

Porträt von Bischof Dr. Felix Genn, der mit seinen Händen gestikuliert / Michael Bönte, dialogverlag

Interview

"Kirche sagt Ja zum Leben"

Münsters Bischof Dr. Felix Genn bezieht Position zur aktiven Sterbehilfe, er fordert den Ausbau der Palliativversorgung und erläutert die christliche „Ars Moriendi“: Es ist schon immer gelebte christliche Tradition, sich um sterbende Menschen liebevoll zu kümmern. Kirche hat etwas anzubieten! Hilfe im Sterben, nicht Hilfe zum Sterben. mehr

Statement

Sterbehilfe? – Nein!

Porträt: Dr. med. Horst Luckhaupt

Porträt: Dr. med. Horst Luckhaupt

34 Jahre ärztlicher Tätigkeit in HNO-Kliniken mit regelmäßiger Behandlung von Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren und zehn Jahre Leitung eines klinischen Ethik-Komitees – wie oft hat das Schicksal Schwerstkranker den Arbeitsalltag des Autors in dieser Zeit geprägt? Und demnächst: Beihilfe zum Suizid leisten? - Nein! mehr

Reportage

Es geht um alles, was guttut

Hand mit einem weichen Holzkreuz mit abgerundeten Kanten / Caritasverband für das Bistum Aachen

Hand mit einem weichen Holzkreuz mit abgerundeten Kanten / Caritasverband für das Bistum Aachen

Dass Elisabeth Hahn* kurz vor ihrem Tod noch einmal lächeln würde, hat im Wohn- und Pflegeheim Maria Hilf Burg Setterich in Baesweiler bei Aachen keiner mehr geglaubt. Die Pflegekräfte des Wohnbereichs A und Ursula Hoffmann, die in der katholischen Einrichtung als Reinigungskraft arbeitet, haben es dennoch geschafft. mehr


Kommentar

Zuständig für Leben und Tod

Porträt: Dr. Frank Johannes Hensel

Porträt: Dr. Frank Johannes Hensel

Die Debatten um die aktive Sterbehilfe zeigen: Im Leben und auch im Sterben gibt es keine allgemein anerkannte gesellschaftliche Grundlage für Richtig und Falsch. Wo kein verbindlicher Kodex die Richtung vorgibt, wird auch der Umgang mit dem Tod zur ethischen Geschmackssache. mehr

Reportage

"Wir sind einfach da!"

Pflegerin reicht älterer Dame ein Glas / DCV/KNA

Pflegerin reicht älterer Dame ein Glas / DCV/KNA

Aus dem Nebenraum ist das leichte Rauschen des Badewassers zu hören. Sarah* sitzt in ihrem Rollstuhl und wartet. Sie wirkt erschöpft. Als Christina hereinkommt und sie entkleidet, nimmt sie noch einmal all ihre Kraft zusammen. Mithilfe ihrer Pflegerin gleitet Sarah in die Badewanne. Zum letzten Mal. mehr


Caritas in NRW

Sie bringen frischen Wind

Ein Gruppenfoto mit einer Schülerin und zwei Krankenschwestern, die in einem Wohnraum stehen. Im Hintergrund ist eine Küche zu sehen. / Karl-Martin Flüter

Ein Gruppenfoto mit einer Schülerin und zwei Krankenschwestern, die in einem Wohnraum stehen. Im Hintergrund ist eine Küche zu sehen. / Karl-Martin Flüter

Darleen räumt das letzte Geschirr in die Spülmaschine. Es ist Sonntagvormittag um kurz nach neun. Gerade sind alle vom Frühstück aufgestanden. Schon um acht Uhr hat die 18-jährige Gymnasiastin in der Küche gestanden und alles vorbereitet. Sie gehört zu einer Gruppe der Jugendcaritas in Arnsberg, die sich im Hospiz engagiert. mehr

Information

Christliche Patientenvorsorge

Frontansicht der Dokumente zur 'Christliche Patientenverfügung' / Markus Lahrmann

Frontansicht der Dokumente zur 'Christliche Patientenverfügung' / Markus Lahrmann

Krankheit, Schmerzen, Einsamkeit: An das Ende ihres Lebens denken viele Menschen mit Sorge und Unbehagen. So schwer es ist, sich mit der eigenen Sterblichkeit und den damit verbundenen Fragen auseinanderzusetzen, so sinnvoll ist es, ihnen nicht auszuweichen und rechtzeitig Vorsorge zu treffen. mehr

Eine Pflegeschwester zieht eine Spritze auf / Christian Heidrich

Porträt

In den Arm nehmen gehört dazu

Wenn Menschen von einer Palliativstation als Sterbe­­station sprechen, widerspricht Brigitta Dümling energisch. Palliativmedizin bedeutet Fürsorge und Geborgenheit, sie ist eine eindeutige Absage an die Sterbehilfe. Die 51-jährige Krankenschwester Dümling leitet im katholischen Hermann-Josef-Krankenhaus in Erkelenz die Palliativstation. mehr

Porträt: Silke Kirchmann

Porträt

Dableiben, wenn andere gehen

„Oma, ich will Krankenschwester werden!“ Diesen Entschluss fasst Silke Kirchmann, als sie mit elf Jahren ihre Großmutter 1979 im Krankenhaus besucht. Sie ist fasziniert von diesen „tatkräftigen Frauen, die immer da sind, wenn man sie braucht, und bei denen diese vielen Handgriffe so selbstverständlich aussehen“. mehr

Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen

Den Tagen mehr Leben geben

Wenn die Hoffnung auf Heilung geschwunden ist, kann das Kinderpalliativzentrum der Vestischen Caritas Kinder- und Jugendklinik in Datteln den verbliebenen Tagen zumindest mehr Leben geben.

Auf der Station Lichtblicke werden Kinder und Jugendliche mit einer unheilbaren Krankheit so weit medikamentös eingestellt und stabilisiert, dass sie die ihnen verbliebene Lebenszeit zu Hause verbringen und im Kreis der Familie sterben können. Nach dem Klinikaufenthalt versorgt sie das Team der „Spezialisierten Ambulanten PalliativVersorgung“ (SAPV) vor Ort weiter. Es ist rund um die Uhr erreichbar und in einem Umkreis von 100 Kilometern um Datteln im Einsatz. Die Station Lichtblicke und ein neues Gästehaus bieten Eltern Apartments an, um während des Klinikaufenthalts ihre Kinder begleiten zu können. Auch Geschwister können aufgenommen werden. Die Mitarbeitenden kümmern sich um die ganze Familie, begleiten sie psychosozial und seelsorgerisch und nach dem Tod ihres Kindes in ihrer Trauer.

Die Kinderpalliativstation Lichtblicke ist bisher einzigartig in Deutschland. Etwa 60000 Kinder in Deutschland leiden an einer unheilbaren Erkrankung, 3000 von ihnen versterben jährlich.

www.kinderpalliativzentrum.de

Zentrale Anlaufstelle

Das KinderPalliativNetzwerk Essen ist ein ambulantes Angebot für Familien mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die lebensverkürzend oder lebensbedrohlich erkrankt sind. Es wurde 2006 gegründet.

Ziel aller Behandlungs-, Begleitungs- und Beratungsmaßnahmen sind die Verbesserung der Lebensqualität der erkrankten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie die Entlastung der Familien. Wenn diese es wünschen, erhalten sie Unterstützung, damit die schwerstkranken Kinder zu Hause leben und dort auch sterben können.

Mit einem vielfältigen Angebot bietet die Beratungsstelle den Familien eine Begleitung von der Diagnosestellung bis über den Tod des Kindes hinaus an:

  • Ambulante palliative Begleitung und Versorgung
    • Psychosoziale Beratung
    • Palliative-Care-Beratung
    • Case-Management
    • Sozialmedizinische Nachsorge
    • Spezialisierte Ambulante PalliativVersorgung (SAPV) für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene (in Kooperation mit der Kinderklinik des Universitätsklinikums Essen)
  • Ambulanter Kinderhospizdienst
  • Trauerbegleitung

www.kinderpalliativnetzwerk.de

Kinderhospiz Balthasar

Als erstes Hospiz speziell für Kinder gilt das Kinderhospiz Balthasar in Olpe als Vorreiter in der Arbeit mit unheilbar kranken Jungen und Mädchen. Seit der Gründung 1998 sind in Deutschland mehrere solcher Häuser entstanden.

Der Zweck: die Familien aus ihrem oft traurigen Alltag holen, die Eltern bei der Pflege der Kinder entlasten und ihnen eine Umgebung bieten, in der sie auch einmal ungestört traurig sein dürfen. Im Hospiz Balthasar können gleichzeitig bis zu acht Kinder mit ihren Familien aufgenommen werden. Ihre Versorgung übernehmen 50 Krankenschwestern, Pflegekräfte und Ehrenamtliche – rund um die Uhr. Das deutschlandweit erste Jugendhospiz für unheilbar Kranke zwischen 18 und 25 Jahren direkt nebenan ist gedacht für junge Leute, die noch keine Aufnahme in einem Erwachsenenhospiz finden, dem Kindesalter aber entwachsen sind.

Träger der beiden Hospize ist die Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO).

KNA