Gruppenfoto mit Dr. Frank Joh. Hensel, Andreas Johnsen und Hermann Zaum vor einer Stellwand der LAG Freie Wohlfahrtspflege NRW / Isolde Weber/LAG FW NRW

Caritas in NRW – AKTUELL

2/2017

Was eine gelungene oder eine verfehlte Sozialpolitik erreicht oder anrichtet, erfahren die Wohlfahrtsverbände täglich. Unter dem Motto „Gemeinsam. Sozial. Für NRW.“ fordern sie mit Wahlprüfsteinen die Parteien auf, zu drängenden sozialen Fragen in NRW Stellung zu beziehen. mehr

Kommentar

Soziale Gerechtigkeit ist kein Zufall

Porträt: Dr. Frank Johannes Hensel

Porträt: Dr. Frank Johannes Hensel

Soziale Gerechtigkeit ist die Basis für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Es geht um das Gefühl, nicht dauerhaft abgehängt zu sein. Armut ist heilbar, soziale Gerechtigkeit durchsetzbar - es sind politische Entscheidungen, die nötig sind. mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Gute OGS darf keine Glückssache sein!

Ein junger Betreuer in einer OGS sitzt mit einigen Kindern an einem Tisch. Ein Mädchen umarmt ihn von hinten. Ein Junge beugt seinen Kopf nachhinten und blickt in die Kamera. / Andre Zelck

Ein junger Betreuer in einer OGS sitzt mit einigen Kindern an einem Tisch. Ein Mädchen umarmt ihn von hinten. Ein Junge beugt seinen Kopf nachhinten und blickt in die Kamera. / Andre Zelck

Die Qualität der Ganztagsschulen hängt vorrangig von den freiwilligen Leistungen der einzelnen Kommunen ab. Große regionale Ungleichheiten bei Finanzierung, Ausstattung und Qualität sind die Folge. mehr


Kommentar

Es geht um die Kinder in der OGS

Porträt: Simone Segin / DiCV Paderborn

Porträt: Simone Segin / DiCV Paderborn

Die Wohlfahrtsverbände haben eine Kampagne für einheitliche Standards und eine bessere Finanzierung des Offenenen Ganztags gestartet. Die ist notwendig, weil die die Politik absichtlich vergessen hat, die Rahmenbedingungen zu verbessern. mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Köln: Kampagne zur Wahl

Plakat der Kampagne 'Zusammenhalten für NRW' des DiCV Köln. Darauf abgebildet sind vier Teile unterschiedlicher Gesichter (zwei Frauen und zwei Männer), die zusammen ein Gesicht ergeben. / DiCV Köln

Plakat der Kampagne 'Zusammenhalten für NRW' des DiCV Köln. Darauf abgebildet sind vier Teile unterschiedlicher Gesichter (zwei Frauen und zwei Männer), die zusammen ein Gesicht ergeben. / DiCV Köln

„Zusammenhalten für NRW“ – so lautet der programmatische Titel einer Kampagne der Caritas im Erzbistum Köln im Vorfeld der nordrhein-westfälischen Landtagswahl am 14. Mai. mehr


Caritas in NRW – AKTUELL

Soziale Ungleichheit kann zu Populismus führen

Caritaspräsident Prälat Peter Neher sitzt bei einer Pressekonferenz auf einem Podium und redet / Nicole Cronauge | Bistum Essen

Caritaspräsident Prälat Peter Neher sitzt bei einer Pressekonferenz auf einem Podium und redet / Nicole Cronauge | Bistum Essen

Die katholische Kirche sieht eine starke Einkommens- und Vermögens-ungleichheit in Deutschland. Diese könne zu zunehmenden sozialen Spannungen und zu wachsendem Populismus führen und den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden, warnte Sozialbischof Franz-Josef Overbeck in Bergisch Gladbach. mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Caritas wirbt erneut für Reform der Pflegeausbildung

Eine Pflegerin gibt einer alten Frau ihre Medikamente. / Deutscher Caritasverband e.V./KNA

Eine Pflegerin gibt einer alten Frau ihre Medikamente. / Deutscher Caritasverband e.V./KNA

Die Caritas in NRW fordert, die ins Stocken geratene Reform der Pflegeausbildung endlich umzusetzen. Sie unterstützt eine Petition auf www.change.org, die an die politischen Entscheidungsträger appelliert, die Reform jetzt zu beschließen. mehr

Veranstaltung

02.
April
42659 Solingen

Über die Wupper gehen?

Die Caritas in NRW läd anlässlich der Landtagswahl im Mai 2017 zu einer politischen Kaffeetafel ein. mehr


Kurzmeldungen – März 2017

Kritik an Abschiebungen nach Afghanistan

Der Flüchtlingsbeauftragte des Erzbistums Paderborn, Domkapitular Dr. Thomas Witt, hält Abschiebungen nach Afghanistan angesichts der gegenwärtigen Sicherheitslage in diesem Land für nicht konform mit dem geltenden Asylrecht in Deutschland. "Laut Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen ist Afghanistan eindeutig kein sicheres Herkunftsland", betont Dr. Witt, der zugleich Vorsitzender des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn ist. Der UNHCR hatte in seinem jüngsten Lagebericht von einer desaströsen Sicherheitslage gesprochen, die sich im zweiten Halbjahr 2016 verschlechtert habe. Selbst das Auswärtige Amt rate seit Ende 2016 dringend von Reisen nach Afghanistan ab.

"Niemand darf nach deutschem Asylrecht in eine Krisenregion zurückgeschickt werden, in der lebensbedrohliche Situationen entstehen können oder Menschenrechtsverletzungen drohen", sagt Witt.  Diese Rechtslage dürfe nicht schöngeredet oder ausgehöhlt werden.

vorsitzender@caritas-paderborn.de

Caritas beklagt Anfeindungen gegen Mitarbeiter

Der Deutsche Caritasverband beklagt zahlreiche Anfeindungen gegen Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe. Betroffen seien hauptberufliche und ehrenamtlich tätige Kollegen, sagte Präsident Peter Neher in Bergisch Gladbach. Vereinzelt seien Veranstaltungen für Freiwillige in der Flüchtlingshilfe aufgrund von Beschimpfungen und Hetze abgesagt worden, führte der Präsident aus. Zudem habe es Steinwürfe und Schmierereien gegen Migrationsberatungsstellen gegeben.

Dennoch müssten Kirche und Caritas weiterhin Flagge zeigen, so Neher – etwa indem sie "an der Seite der Schwachen stehen und ‚Nein‘ sagen, wenn Menschen bedroht, diffamiert und ausgegrenzt werden". Sie widersetzten sich dem "Gift der einfachen Lösung", mit dem Populisten Lösungen anböten.

Der Fall einer im Februar in Ahaus erstochenen 22-jährigen  Flüchtlingshelferin ist laut Neher ein "völlig untypischer Einzelfall" und nicht charakteristisch für die Anfeindungen. Hier habe es sich nach seinen Informationen um eine Beziehungsgeschichte gehandelt. Tatverdächtig ist ein 27-jähriger Asylbewerber aus Nigeria.

KNA

AfD für Christen wählbar?

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, warnte davor, potenzielle Wähler der AfD pauschal "mit dem Stigma des Nicht-Christlichen zu versehen". Zugleich müssten Kirche und Caritas immer an der Seite der Schwachen stehen und sich dem "Gift der einfachen Lösung" der Populisten widersetzen.

KNA

Hilfe bei Energieschulden

Banner der Aktion 'Spenden Sie Wärme und Licht!' des OCV Altena-Lüdenscheid mit dem Slogan und einer von der Decke hängenden GlühbirneImmer mehr Menschen wenden sich an die Caritas in Altena-Lüdenscheid, weil sie ihre Strom- und Heizungsrechnungen nicht mehr bezahlen können. Die Caritas wirbt mit der Aktion "Spenden Sie Wärme und Licht" um Unterstützung. Der Kreis der Hilfesuchenden erstrecke sich nicht nur auf Hartz-IV-Empfänger, sondern auch auf Familien und ältere Menschen, teilte der Verband mit. Nach einer Bedürftigkeitsprüfung übernehme die Caritas einen Teil der Nachzahlung, sagte der Caritasvorsitzende Hans-Werner Wolff. Das ermögliche die Grundlage für eine Ratenvereinbarung mit dem Energieversorger. Mit der Spendenaktion in den Gemeinden konnten in den vergangenen acht Jahren rund 86000 Euro eingenommen werden. 410 Einzelpersonen oder Familien wurden mit Beträgen zwischen 40 und 600 Euro unterstützt. Mehr als 19000 Euro wurden als Darlehen gewährt und zwischenzeitlich zurückgezahlt.

Brillen für Arme gefordert

Die Vinzenz-Konferenzen und die Initiative youngcaritas im Erzbistum Paderborn fordern weiterhin die Finanzierung von Brillen für bedürftige Menschen unabhängig von deren Sehleistung. Kürzlich hatte der Bundestag die Krankenkassen dazu verpflichtet, Brillen ab einer Glasstärke von sechs Dioptrien bzw. bei einer Hornhautverkrümmung ab vier Dioptrien zu zahlen.

"Trotz dieser Verbesserung bleibt ein großer Teil des Problems bestehen", betont Linda Kaiser, youngcaritas-Referentin im Erzbistum Paderborn. "Armutsgefährdete Menschen, die unterhalb dieser Dioptrien-Werten liegen, müssen ihre Brille immer noch selbst finanzieren, ob sie können oder nicht." Auch fehle eine systematische Erfassung der Zahl der Betroffenen, hieß es.

www.openpetition.de/!durchblick

Mehr Entschlossenheit gefordert

Mehr politische Entschlossenheit im Kampf gegen Kinderarmut hat der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln gefordert. Die Caritas unterstützt den Aufruf eines breiten Bündnisses aus Sozial- und Wohlfahrtsverbänden zur Unterzeichnung der Petition "Keine Ausreden mehr! Armut von Kindern und Jugendlichen endlich bekämpfen! #stopkinderarmut."

Rund drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. "Die Hartz-IV-Sätze für Kinder sind zu gering. Sie basieren auf ungenauen Berechnungen und willkürlichen Abschlägen", kritisierte der Kölner Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Joh. Hensel. Er forderte, arme Familien mindestens in gleicher Weise zu fördern, wie Familien mit höheren Einkommen entlastet werden. Wer Kinderarmut bekämpfen wolle, müsse vor allem Alleinerziehende unterstützen. "Nötig sind flexiblere Betreuungsangebote. Damit helfen wir Alleinerziehenden, dauerhaft einen Weg heraus aus Armut und zurück in unsere Gesellschaft zu finden", so Hensel.

Die Petition finden Sie hier.

Caritas in NRW – AKTUELL 2/2017

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