Eine Frau mit Behinderung sitzt in einer Caritas-Werkstätte vor einem speziell angepassten Computer und liest in einem geöffneten Aktenordner / Caritas

Pressemitteilung

Caritas-Werkstätten

Was bringt das neue Bundesteilhabegesetz? Prof. Dr. Christian Bernzen vergleicht es mit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches am 1. Januar 1900: „Was hat das damals den Hamburger Hafenarbeitern gebracht?“, fragt der Fachanwalt für Sozialrecht aus Hamburg. mehr

Kommentar

Teures Bürokratiemonster

Porträt: Martin Peis

Porträt: Martin Peis

Mehr als zwei Jahre Übergangszeit - und noch immer gibt es keine Rechtssicherheit. Das NRW-Altenpflegegesetz weist grundlegende Fehler auf. Betroffen sind die Bewohner von Pflegeheimen, die ab Januar entweder zuviel oder zu wenig an die Heimbetreiber zahlen müssen. Unmut ist vorprogrammiert. mehr

youngcaritas

Ehrgeizig, tolerant und pragmatisch – so ticken Jugendliche

Prof. Dr. Mathias Albert steht an einem Pult und hält eine Rede / cpd/Wolfgang Maas

Prof. Dr. Mathias Albert steht an einem Pult und hält eine Rede / cpd/Wolfgang Maas

Wie erreiche ich Jugendliche? Unter welchen Bedingungen sind sie bereit, sich sozial zu engagieren? Sind sie überhaupt dazu bereit? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Fachtag der youngcaritas. mehr

Eine Pflegerin spricht mit einer Seniorin. / Deutscher Caritasverband e.V./KNA

Caritas in NRW – AKTUELL

Gemeinsame Pflegeausbildung endlich einführen

Die Ausbildungsstätten für Gesundheits- und Pflegeberufe im Erzbistum Paderborn fordern, die lange geplante Zusammenführung der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege umzusetzen. mehr

Kurzmeldungen – Dezember 2016

Kitas brauchen 1,5 Mrd.

Nordrhein-westfälische Kitas benötigen nach Ansicht der Freien Wohlfahrtspflege deutlich mehr Geld, um die steigenden Belastungen der kommenden Jahre tragen zu können. "Rund 1,5 Milliarden stehen im Raum", sagte der Münsteraner Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann. Das Geld sei nötig, damit die freien Träger künftig ihre Kindertagesstätten halten könnten. Die Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen liegen zu knapp 72 Prozent in der Hand von gemeinnützigen freien Trägern. Ein neues Kindergartengesetz soll erst nach der Landtagswahl 2017 vorgelegt werden.

Pflegekosten-Broschüre

Die NRW-Landesregierung will die Bewohner von Pflegeheimen und deren Angehörige über Änderungen bei den Pflegeheimkosten informieren. Den Versand entsprechender Broschüren an die Pflegeeinrichtungen kündigte Pflegeministerin Barbara Steffens (Grüne) an. Hintergrund für die etwas eigentümliche PR-Offensive ist ein Systemwechsel bei den Investitionskosten der Heime. Das neue System nach der Altenpflegegesetz-Durchführungsverordnung (APG-DVO) soll ab Januar gelten, funktioniert aber nicht.

Sehen Sie hierzu auch den Kommentar von Martin Peis (DiCV Essen) aus der selbigen Ausgabe.

Adventssammlung

Noch bis zum 10. Dezember bitten Helferinnen und Helfer um Spenden für die Caritasarbeit in den Gemeinden. Die traditionelle Adventssammlung von Caritas und Diakonie steht unter dem Motto "hinsehen – hingehen – helfen". Die Ehrenamtlichen, die von Tür zu Tür gehen, haben offizielle Sammellisten dabei und können sich durch einen Sammlerausweis ausweisen, der den Stempel des zuständigen Pfarramtes trägt.

Weihnachtsmarke

Die Weihnachtsmarke mit einem Portowert 70 plus 30 Cent zeigt in diesem Jahr die Verkündigung der frohen Botschaft an die Hirten. Die Darstellung ist eine Miniatur aus dem Hortus Deliciarum, der im 12. Jahrhundert verfassten Enzyklopädie der Äbtissin Herrad von Landsberg. Der Erlös aus dem Zuschlag fließt in soziale Projekte.

www.caritas-wohlfahrtsmarken.de

Vertreterin von 80000 Ehrenamtlichen

Porträt: Marlies BusseMarlies Busse ist neue CKD-Vorsitzende.Julius Schwerdt

Marlies Busse aus Bielefeld ist die neue Vorsitzende des Bundesverbandes der Caritas-Konferenzen Deutschlands (CKD). Bei der Bundestagung in Münster wählten die Vertreter von bundesweit rund 80000 Ehrenamtlichen die Delegierte der Caritas-Konferenzen im Erzbistum Paderborn. In den kommenden vier Jahren will die Bielefelderin, die bisher stellvertretende Vorsitzende war, mit dem ebenfalls neu gewählten Führungsteam vor allem die Arbeit an der Basis nach vorn stellen. „Wir wollen, dass die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden deutlicher wahrgenommen wird“, sagte Busse, die die bisherige Vorsitzende Christa Brand ablöst.

Caritas in NRW – AKTUELL 6/2016

Der komplette Newsletter zum Download als PDF-Dokument.

Die Teilnehmer der Caritas-Delegiertenversammlung vom 12.10.2016 in Köln, die an langen Tischreihen sitzen und auf die Bühne blicken. An der Decke ist ein großer Leuchter zu sehen. / Martin Karski

Caritas in NRW – AKTUELL

Delegiertenversammlung

Der Deutsche Caritasverband will sich stärker in die Debatte um die Integration von Flüchtlingen einmischen. Die Delegiertenversammlung beschloss in Köln eine Initiative zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. mehr

Kommentar

Und die Armen?

KNA / Oppitz

KNA / Oppitz

Läuft die Debatte über Armut in Deutschland in eine falsche Richtung? Ist öffentliche Empörung über die Armutsrisko-Quote in Deutschland kontraproduktiv? Weil sowieso niemand mehr hinhört? Und die Fakten? Bedeuten sie, dass alles nicht so schlimm ist? Wie steht die Caritas in der öffentlichen Armutsdebatte da? mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Caritas: Standards der Jugendhilfe erhalten

Pedro Citoler

Pedro Citoler

Die Caritas in NRW hat sich gegen eine Absenkung der Jugendhilfe-Standards für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausgesprochen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung wurde aufgefordert, politische Vorstöße aus Bayern nicht zu unterstützen. mehr


Kommentar

Placebo-Politik

ausländisches Kind / KNA / Oppitz

ausländisches Kind / KNA / Oppitz

Die Finanzierung des Offenen Ganztags (OGS) in NRW ist prekär. Die Bildungschancen der Kinder hängen von der Finanzkraft der einzelnen Kommunen ab. Das Land wäre gefordert, einheitliche Standards zu setzen und die Förderung systematisch zu erhöhen. Im Wahljahr droht heftiger Gegenwind von Eltern und Trägern für die rot-grüne Koalition. mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Gesundheitsversorgung in der Diskussion

Fünf Männer und zwei Frauen sitzen einem Tisch zusammen und diskutieren. Im Hintergrund ist ein Roll-up der Caritas in NRW zu sehen. / Markus Lahrmann

Fünf Männer und zwei Frauen sitzen einem Tisch zusammen und diskutieren. Im Hintergrund ist ein Roll-up der Caritas in NRW zu sehen. / Markus Lahrmann

Wie lässt sich die Gesundheitsversorgung weiter verbessern? Indem die Selbstbestimmung von Patientinnen und Patienten gestärkt wird, so der Kern einer Entschließung der Landesgesundheitskonferenz 2015. Bei der Caritas diskutierte man jüngst Umsetzungsschritte. mehr

Eine Pflegerin bespricht mit einer Seniorin deren Medikamente. / Deutscher Caritasverband e.V./KNA

Rechts-Info

Überleitung der pflegebedürftigen Menschen zum 01.01.2017

Ab dem 1. Januar 2017 gelten in der gesetzlichen Pflegeversicherung neue Regeln. Es kommt dann entscheidend auf den Grad der Selbstständigkeit der Betroffenen an. Für viele Menschen lohnt es sich, Neuanträge noch vor Jahresende zu stellen. mehr

Kurzmeldungen – November 2016

Eine Million Sterne

Zum zehnten Mal ruft Caritas international zur Teilnahme an der bundesweiten Solidaritätsaktion "Eine Million Sterne" auf. Caritasverbände, Einrichtungen, Dienste und Pfarrgemeinden werden am 12. November 2016 bundesweit öffentliche Plätze in strahlende Lichtermeere verwandeln und Zeichen für eine gerechtere Welt setzen. Am Beispiel unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge und  von Migranten in Marokko zeigt die Caritas die weltweite Dimension des Caritas-Jahresthemas "Generationengerechtigkeit" auf.

www.einemillionsterne.de

Keine Standardabsenkung

Vor einer Absenkung der geltenden Jugendhilfe-Standards bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (umF) hat die Freie Wohlfahrtspflege NRW gewarnt. "Gerade unbegleitete minderjährige Flüchtlinge brauchen einen besonderen Schutz vor Ausbeutung und Bedrohungen sowie umfangreiche Unterstützung bei der Bewältigung fluchtbedingter seelischer und körperlicher Belastungen", sagte der LAG-Vorsitzende Andreas Johnson auf einem Fachtag in Düsseldorf. Die Standards aus Kostengründen abzusenken, lehnt die Freie Wohlfahrtspflege ab. Derzeit leben rund 13000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in NRW.

Aktion für Flüchtlinge

Mit einer bundesweiten Aktionswoche (20. bis 25. November 2016) begleitet und unterstützt die Caritas Flüchtlinge bei der Jobsuche. Dazu setzt sie auf die Berichterstattung in lokalen und regionalen Medien und auf die Verbreitung über soziale Medien im Netz. Auf einer Webseite stellen sich Geflüchtete vor und dokumentieren ihre Jobsuche per Video, Foto und Text. Helfen sollen ihnen Jobpa-t(inn)en und die Online-Community. Außerdem geht es um öffentlichkeitswirksame Zeichen der Solidarität.

www.caritas.de/aktionswoche (ab 11. 11. freigeschaltet)

Woche des Respekts

Die NRW-Landesregierung hat zu einer Woche des Respekts (14. bis 18. November) aufgerufen. Im Mittelpunkt stehen vor allem das Engagement für die Gesellschaft und die Würdigung von Zivilcourage. Denn Respektlosigkeit zeigt sich immer öfter und droht zu einer Gefahr für den Zusammenhalt und die Vielfalt unserer Gesellschaft zu werden. Die Caritas beteiligt sich mit zahlreichen Aktionen und wirbt für mehr Respekt im Umgang miteinander.

www.caritas-nrw.de/respekt

Schutz der Familie

Der  Paderborner  Diözesan-Caritasverband  kritisiert  die  Aussetzung  des  Familiennachzugs  bei  syrischen  Flüchtlingen.  In  den  Beratungsstellen  der  Caritas  bekundeten  immer  mehr Betroffene ihre Verzweiflung und Wut. Mit  dem  Asylpakt  II  vom  Februar  2016  genießen  syrische  Flüchtlinge  nur  noch  subsidiären  Schutz; damit  ist  der  Nachzug  von  Familienangehörigen  ausgesetzt.  Aus  Sorge um  ihre  Verwandten  sähen sich immer mehr Flüchtlinge unter dem Druck, nach Syrien zurückkehren zu müssen. "Die Familie ist ein wichtiger Garant für eine gelingende Integration", sagte Diözesan-Caritasdirektor Josef  Lüttig.  Außerdem  stünden  Ehe  und  Familie  laut  Grundgesetz  unter  besonderem  Schutz  des Staates. "Derzeit wird eine beträchtliche Gruppe von diesem Schutz ausgeschlossen."

Kurberatung gefährdet

Die mangelnde Finanzierung von Kurberatungsstellen etwa für Mutter-Kind-Kuren hat die Arbeitsgemeinschaft Müttergenesung im Erzbistum Paderborn kritisiert. Im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Daniel Sieveke (CDU) beklagte Geschäftsführer Klaus Tintelott, es gebe keinerlei finanzielle Absicherung der Kurberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände. "Sie fallen durch alle Finanzierungsnetze", sagte er. Tintelott forderte eine Absicherung der Kurberatung durch das kommende Landespräventionsgesetz. Sieveke sagte zu, das Anliegen zu unterstützen.

CPD

Flüchtlingsberater am Limit

Die Überlastung der Beratungsstellen für zugewanderte erwachsene Migranten hat der Caritasverband für das Bistum Essen kritisiert. Ein Ausbau mit Mitteln des Bundes sei zwingend erforderlich, sagte Jürgen Holtkamp, Abteilungsleiter bei der Caritas im Bistum Essen. Die große Zahl von Flüchtlingen in den Städten des Ruhrbistums fordere die Wohlfahrtsverbände als Träger der Beratung außerordentlich.

Im ersten Halbjahr 2016 hat sich die Zahl der Ratsuchenden mehr als verdoppelt. Das Bundesamt erlaube eine maximale Anzahl von 150 Langzeitberatungen pro Vollstelle. "Derzeit liegen die Zahlen zwischen 270 und 310 Langzeitberatungen", so Holtkamp. "Unsere Migrationsberater arbeiten am Limit der persönlichen Belastbarkeit", sagte Holtkamp.

Der Rückgang der Flüchtlingszahlen bedeute keine Entlastung, da Asylsuchende wegen der langen Registrierungs- und Anerkennungsverfahren verzögert in der Migrationsberatung ankämen.

CHG

Essener Generalvikar sieht keine Alternative für Caritas-Reform

Drei Millionen Euro weniger hat die Caritas Essen im Vergleich zu 2013 zur Verfügung. Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer sieht deshalb keine Alternative zu Kosteneinsparungen und Strukturveränderungen.

Auf Dauer müsse der Diözesan-Caritasverband wie alle anderen Bereiche im Bistum mit weniger Mitteln auskommen, sagte Pfeffer der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Mülheim an der Ruhr. Es dürfe nicht noch einmal zu einer Situation kommen wie im Jahr 2006, als über Sozialpläne habe geredet werden müssen. Pfeffer verwies darauf, dass Essen im Gegensatz zu anderen Bistümern sich fast ausschließlich durch Kirchensteuern finanziere. Es gehe aber nicht darum, die Caritas-Angebote für Bedürftige einzuschränken.

Vielmehr sollen entsprechend den Empfehlungen einer Unternehmensberatung durch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Ortsverbänden sowie zwischen Bistumsverwaltung und Diözesan-Caritasverband Synergieeffekte und damit Einsparungen erzielt werden. Das Bistum und die Caritas müssten wieder näher zusammenrücken, sagte Pfeffer, der zurzeit auch kommissarischer Vorstandsvorsitzender der Caritas im Bistum ist. Das Generalvikariat müsse die Caritas stärker wahrnehmen und umgekehrt der Caritas-Vorstand viel mehr in die Mitverantwortung des Bistums einbezogen werden.

Personelle Neuaufstellung

Das Bistum hatte bekannt gegeben, sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Entwicklung der Caritas vom langjährigen Caritasdirektor Andreas Meiwes (54) getrennt zu haben. Dieser Schritt sei im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. Zugleich wurde eine personelle Neuaufstellung angekündigt. Die Delegiertenversammlung beschloss ein neues Gremienmodell, wonach künftig ein hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender die Diözesan-Caritas führen soll.

KNA

Online-Befragung zum Thema "Ehrenamt"

Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement sind oft tragende Elemente der caritativen Arbeit in den Einrichtungen, Diensten und Verbänden. Mit einer Online-Befragung möchten die fünf Diözesan-Caritasverbände in NRW einen aktuellen Überblick beim ehrenamtlichen Engagement erhalten. Das Ergebnis soll dazu beitragen, Unterstützung und weitere Arbeit im Ehrenamtsbereich gezielter auszubauen.

Konzipiert wurde die Erhebung in Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschule (KatHO) NRW. In der Forschung geht man derzeit davon aus, dass Einrichtungen und Dienste, die bereits heute über ein Konzept und Strukturen zur Ehrenamtsarbeit verfügen, besser für die Entwicklungen in der sozialen Arbeit gerüstet sind als diejenigen, die ausschließlich auf professionell erbrachte Leistungen setzen.

Per E-Mail haben die Diözesan-Caritasdirektoren die Leitungen und Verantwort-liche aus Diensten und Einrichtungen angeschrieben und den Link zum Online-Fragebogen übermittelt. Der kann noch bis zum 20. 11. beantwortet werden.

mteichert@caritas-ac.de

Schlechte Arbeitsmarktchancen für Hartz-IV-Empfänger

Hartz-IV-Empfänger haben kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Nur wenige finden eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Gelingt der Ausweg aus Hartz IV, ist das meist nicht von Dauer.

Langzeitarbeitslose finden in Nordrhein-Westfalen nur sehr selten wieder einen dauerhaften Job. Nur 1,6 Prozent der Hartz-IV-Bezieher in NRW haben im vergangenen Jahr pro Monat eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen, wie aus dem Arbeitslosenreport der Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege hervorgeht. Zudem fällt jeder vierte ehemalige Hartz-IV-Empfänger (24 Prozent) innerhalb von drei Monaten zurück in den Leistungsbezug, weil er nur einen instabilen oder befristeten Job etwa in der Leiharbeit gefunden hat.

Schlecht bezahlte Leiharbeit

Insgesamt kamen laut Arbeitslosenreport 28 Prozent der ehemaligen Langzeitarbeitslosen, die zwischen Juli 2015 und Juni 2016 einen sozialversicherungspflichtigen Job fanden, in der Leiharbeitsbranche unter. Mehr als die Hälfte dieser Beschäftigungsverhältnisse endete demnach aber nach weniger als drei Monaten wieder. Zudem seien die Stellen oftmals nicht auskömmlich bezahlt, heißt es in dem Bericht weiter. Nur 46 Prozent der rund 437000 ehemaligen Langzeitarbeitslosen, die 2015 einen neuen Job fanden, verdienten dort so viel, dass sie kein Hartz IV mehr bezogen. Dagegen waren 54 Prozent auch drei Monate nach Arbeitsantritt weiterhin von aufstockenden Hartz-IV-Leistungen abhängig.

"Menschen müssen dauerhaft in Arbeit bleiben. Es genügt nicht, sie nur kurzfristig in Arbeit zu bringen“, kritisierte Heinrich Westerbarkey vom Diözesan-Caritasverband Paderborn. "Erst dann werden Eigenständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe möglich." Nötig seien "passgenaue und nachhaltige Hilfen zur Eingliederung in Arbeit".

Kessmann bleibt Vizepräsident

Heinz-Josef Kessmann, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Münster, ist bei der Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes in Köln erneut zum Vizepräsidenten gewählt worden. Damit wird er auch weiterhin Vorsitzender der Arbeitsrechtlichen Kommission (AK) bleiben.

Dringender Nachbesserungsbedarf

Scharfe Kritik am Entwurf des Bundesteilhabegesetzes hat die Arbeitsgemeinschaft der Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe und Psychiatrie im Erzbistum Paderborn geübt. "Dies ist kein Gesetzentwurf, den wir in der jetzigen Fassung akzeptieren können", sagte der Vorsitzende Heinz-Georg Eirund bei der Mitgliederversammlung. "Es besteht dringend Nachbesserungsbedarf, da ansonsten die jetzige Qualität der Betreuung von Menschen mit hohen Unterstützungsbedarfen nicht gehalten werden kann." Die Arbeitsgemeinschaft vertritt 121 Einrichtungen und Dienste, die rund 15.000 Menschen mit Behinderung bei ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und am Arbeitsleben beraten, unterstützen und fördern.

Ursprünglich habe das geplante Gesetz ein "Mehr an Teilhabe" bringen sollen. Das werde in dieser Form aber nicht gewährleistet, sagte Eirund, der auch Vorstand des Caritasverbandes Brilon ist. Das geplante Gesetz verursache in dieser Form einen enormen Verwaltungsaufwand, kritisierte er. "Wir befürchten, dass der Streit um die Zuständigkeit, der daraus voraussichtlich entstehen wird, auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen wird."

Ein wesentlicher Knackpunkt des Gesetzentwurfes sei der beabsichtigte Vorrang der Pflege vor Leistungen der Eingliederungshilfe, erläuterte Janina Bessenich, stellvertretende Geschäftsführerin des bundesweiten Fachverbandes Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie. Dieser berge die Gefahr, dass Menschen mit Behinderung zukünftig unter die Zuständigkeit der Pflegeversicherung fallen und in Pflegeeinrichtungen gedrängt werden könnten. Bisherige Standards bei der gesellschaftlichen Teilhabe würden auf der Strecke bleiben, kritisierte Bessenich.

Wegen der Mängel des Gesetzentwurfes ruft der Verband  der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie  gemeinsam mit anderen Verbänden der Behindertenhilfe zu einer Kundgebung am 7. November in Berlin auf. Motto: „TEILHABE – jetzt erst Recht!“ Zeitgleich findet die Anhörung zum gesetzentwurf im Bundestags-Ausschuss für Arbeit und Soziales statt.

CPD

Selektion auf Kasse

Die Diözesan-Caritasverbände Köln und Aachen haben die beabsichtigte Aufnahme des Down-Syndrom-Tests in den Leistungskatalog der Krankenkassen scharf kritisiert.

"Eine neue Kassenleistung zur Erkennung von Abtreibungskandidaten und ohne therapeutischen Nutzen hat weder mit dem ärztlichen Heilauftrag noch mit dem Bemühen um eine inklusive Gesellschaft etwas zu tun", schreibt der Kölner Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Joh. Hensel in der Kölner Kirchenzeitung.

Praena-Test auf dem Markt, mit dem schon ab der zehnten Schwangerschaftswoche festgestellt werden kann, ob das ungeborene Kind ein Down-Syndrom (Trisomie 21) hat.Laut Hensel steht dieser schnelle Bluttest in eklatantem Widerspruch zu den Folgen, die eine Diagnose für Eltern und ihr ungeborenes Kind haben kann.

"Der Test mag zwar die unmittelbaren Nebenwirkungen minimieren, was den Eltern aber bleibt, ist eine Entscheidung über Leben und Tod ihres ungeborenen Kindes. Neun von zehn Kindern mit einem Down-Syndrom dürfen nicht mehr weiterleben, weil die Entscheidung gegen sie fällt.", kritisierte Hensel. "Der Chromosomentest im Mutterblut verstärkt den gesellschaftlichen Druck, dass nur noch gesunde Kinder auf die Welt kommen dürfen. Häufig hören Eltern von Kindern mit Down-Syndrom Sätze wie: ,Haben Sie das denn vorher nicht gewusst?‘ oder ,Das muss doch heute nicht mehr sein!‘" , sagte der Caritas-Direktor.

Keine gesellschaftliche Reflexion

Dieser Bluttest sei als „reines Selektionsinstrument“ konzipiert. Er verhindere eine ernsthafte gesellschaftliche Reflexion über Konsequenzen und Handlungsoptionen. "Mit der Aufnahme des Bluttests in den solidarisch finanzierten Leistungskatalog der Krankenkassen gewinnt der frühe Selektionsprozess an fataler Selbstverständlichkeit", so der Caritasdirektor.

Auch das Ethikkomitee des Caritasverbandes für das Bistum Aachen warnte vor einer vorgeburtlichen Selektion.

Los-Verkauf noch bis Ende des Jahres

Noch bis zum 31. 12. 2016 können Caritas-Einrichtungen wie  Seniorenheime, Kindergärten oder Behindertenwerkstätten in den Diözesen Aachen, Münster und Paderborn Rubbellose der Caritas-Lotterie verkaufen.

Der Verkauf der Lose – z. B. auf Weihnachtsmärkten oder auf dem Adventsbasar – bietet den verkaufenden Einrichtungen eine einfache und risikolose Möglichkeit, zusätzliche Spenden einzunehmen.

Bestellt werden können die Rubbellose beim Diözesan-Caritasverband Paderborn. Abgepackt sind die Lose zu je 300 Stück. Sie werden in Kommission versandt. Unverkaufte Lose können wieder zurückgegeben werden.

Die Caritas-Lotterie ist 2016 erstmals gestartet und entwickelt sich sehr gut, so Dirk Lenschen vom Diözesan-Caritasverband Paderborn. Die frühere gemeinsame Lotterie aller Wohlfahrtsverbände "helfen und gewinnen"  musste 2015 aufgrund eines zunehmenden Defizits und einer geänderten steuerlichen Behandlung eingestellt werden.

d.lenschen@caritas-paderborn.de, Tel. 05251/209-222

Integration, Kitas, stationäre Altenhilfe

Ein gedeckter Tisch an dem 11 Personen sitzen. Auf der linken Seite sitzen vier Diözesan-Caritasdirektoren aus NRW, die übrigen Personen gehören zur Landtagsfraktion NRW der SPD. Intensiver Austausch zwischen Caritas in NRW und SPD-Fraktionsspitze. Auf Caritas-Seite dabei (v. l. n. r.): Josef Lüttig (Diözesan-Caritasdirektor für das Erzbistum Paderborn), Heinz-Josef Kessmann (Diözesan-Caritasdirektor für die Diözese Münster), Dr. Frank Johannes Hensel (Diözesan-Caritasdirektor für das Erzbistum Köln), Burkard Schröders (Diözesan-Caritasdirektor für das Bistum Aachen). Auf der anderen Seite (von hinten n. vorn): Frank Uferkamp (Pressesprecher), Britta Altenkamp (stellv. Fraktionsvorsitzende), Jochen Ott (stellv. Fraktionsvorsitzender), Carina Gödecke (Landtagspräsidentin), Marc Herter (parlamentarischer Geschäftsführer), Eva-Maria Voigt-Küppers (stellv. Fraktionsvorsitzende), Peter Pitzer (Büroleiter des Fraktionsvorsitzenden).Markus Lahrmann

Maßnahmen zur besseren Integration von Flüchtlingen, Überlegungen und Fahrplan für ein neues Kita-Gesetz, die vertrackte Situation bei der Investitionskostenfinanzierung in der stationären Altenhilfe (APG-DVO) und ein sozialer Arbeitsmarkt – das waren einige der Themen bei einem ausführlichen Spitzengespräch zwischen Diözesan-Caritasdirektoren und SPD-Fraktionsspitze im Düsseldorfer Landtag. Es ging aber auch um mögliche Verbesserungen beim derzeit diskutierten Bundesteilhabegesetz und um Vermeidung von Kinderarmut in sozialen Brennpunkten.

Die SPD warb um öffentliche Unterstützung für den sozialen Wohnungsbau auch in Villengegenden, um die Wohnungsnot zu bekämpfen und die Konkurrenzsituation zwischen Flüchtlingen und SGB-II-Empfängern um preiswerten Wohnraum zu entschärfen. Die Caritasdirektoren warnten mit Blick auf den kommenden Landtagswahlkampf vor Vereinfachungen und Emotionalisierung, die nur den rechten Populisten nützten.

Caritas in NRW – AKTUELL 5/2016

Der komplette Newsletter zum Download als PDF-Dokument.

Zwei Männer und eine Frau sitzen vor einer Mauer / KNA / Oppitz

Caritas in NRW – AKTUELL

Sozialbericht NRW

In Nordrhein-Westfalen hat sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vergrößert. Die Zahlen und Daten des Sozialberichts 2016 der Landesregierung zeigen: Im Jahr 2014 waren rund 2,8 Millionen Menschen von Armut betroffen. Wie Sozialminister Rainer Schmeltzer (SPD) mitteilte, waren darunter 637000 Kinder und Jugendliche. mehr

Interview

Viel Armut schafft Unmut

Porträt: Dr. Frank Johannes Hensel

Porträt: Dr. Frank Johannes Hensel

Einmal in jeder Legislaturperiode muss die Landesregierung einen Sozialbericht veröffentlichen. Das ist jetzt geschehen. Das Ergebnis: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet. Fragen an den Kölner Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Johannes Hensel. mehr

Nachricht

Etikettenschwindel

Junger Mann mit Behinderung in Begleitung  / KNA / Oppitz

Junger Mann mit Behinderung in Begleitung  / KNA / Oppitz

Es hört sich gut an. Modern in Worten und der UN-Behindertenrechtskonvention in der Sprache angepasst, kommt der Entwurf des Bundesteilhabegesetzes daher, das nach der Beratung im Bundeskabinett nun in den Bundestag geht. Derweil entlarvten die Praktiker der Caritas-Behindertenhilfe viele Regelungen als "Etikettenschwindel". mehr


Pressemitteilung

„Schwitzen statt Sitzen“

Dr. Frank Joh. Hensel, Thomas Kutschaty und Pfarrer Dr. Antonius Hamers stehen vor einer blauen Stellwand und halten drei Exemplare der Rahmenvereinbarung hoch. / Markus Lahrmann

Dr. Frank Joh. Hensel, Thomas Kutschaty und Pfarrer Dr. Antonius Hamers stehen vor einer blauen Stellwand und halten drei Exemplare der Rahmenvereinbarung hoch. / Markus Lahrmann

Kooperation mit den katholischen (Erz-)Bistümern und der Caritas in NRW dient der Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen. mehr

Nachricht

Verschärfung statt Vereinfachung

Mann mit Käppi / KNA / Oppitz

Mann mit Käppi / KNA / Oppitz

Als Rechtsvereinfachung für Verwaltung und die Bezieher von ALG-II-Leistungen ist die Änderung der "Hartz-IV-Gesetze" geplant. Das Gegenteil wird in der Praxis der Fall sein, erwartet Münsters Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann: "mehr Bürokratie und neuen Streit zwischen getrennt lebenden Eltern". mehr

Newsticker – Juli 2016

Einmal Hartz IV – immer Hartz IV?

Arbeitslosenreport: Schlechte Jobchancen für Langzeitarbeitslose

NRW - Die Zahlen aus dem aktuellen Arbeitslosenreport der Freien Wohlfahrtspflege zeigen: Arbeitslose im Hartz-IV-System haben deutlich schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. In NRW hat 2015 pro Monat etwa jeder achte Arbeitslose in der Arbeitslosenversicherung (12,2 Prozent) eine Arbeit gefunden oder eine Ausbildung begonnen, im Hartz-IV-System nur jeder 37. (2,7 Prozent).

Der Bericht zeigt auch, dass die Jobsuche immer länger dauert und die Chancen sinken. Zudem erhält jeder Vierte, der arbeitslos wird (2015: 27 Prozent), nicht mehr das am letzten Einkommen bemessene  Arbeitslosengeld I und fällt direkt in den Hartz-IV-Bezug. Besonders im Niedriglohnsektor wechseln Phasen von vorübergehender, oft schlecht entlohnter Beschäftigung rasch mit Phasen von Arbeitslosigkeit ab. Anwartschaften auf Arbeitslosengeld I können nicht aufgebaut werden, oder das vorherige Einkommen war so niedrig, dass das Arbeitslosengeld den Hartz-IV-Satz unterschreitet und "aufgestockt" werden muss. "Diese Entwicklung darf nicht weitergehen. Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können", kritisierte der Münsteraner Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann.

Der Arbeitslosenreport NRW mit regionalen Zahlen steht unter www.arbeitslosenreport-nrw.de.

Fachaustausch zum Bundesteilhabegesetz

Diözesan-Caritasdirektor Burkard Schröders und Martin Kresse (Sprecher des Arbeitskreises Gesundheit und Soziales der Grünen-Fraktion) stehen in einem Besprechungsraum und schütteln sich die Hände.Robert Sobolewski

NRW - Aachens Diözesan-Caritasdirektor Burkard Schröders (l.) und Martin Kresse (r.), Sprecher des Arbeitskreises Gesundheit und Soziales der Grünen-Fraktion beim Landschaftsverband Rheinland waren die Köpfe der beiden Delegationen von Caritas in NRW und Grünen, die intensiv den Referentenentwurf zum Bundesteilhabegesetz diskutierten.

Im Kern des Austauschs stand der neue Behindertenbegriff im Kontext zu dem leistungsberechtigten Personenkreis. Dabei ging es auch um die Einschätzung zur doppelten Zielsetzung des Gesetzgebers, die Teilhabeverbesserung durch Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf der einen Seite zu erreichen, ohne auf der anderen Seite eine neue Kostendynamik anzusteuern.

Als weitere Problemfelder wurden benannt:

  • die unklare Abgrenzung und der Vorrang zur Pflege
  • die neue Gestaltung des Vertragsrechts (Schiedsstellenfähigkeit von Leistungsvereinbarungen, Tarifanerkennung, Trennung der Fachleistung)
  • die zukünftige Teilhabe am Arbeitsleben (Werkstätten, andere Leistungsanbieter)

Schnellere Kita-Reform gefordert

NRW - Die Kindergarten-Träger in Nordrhein-Westfalen drängen die rot-grüne Landesregierung zu einer schnelleren Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). Nur so seien Schließungen finanzschwacher Kitas zu verhindern, erklärte Münsters Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann bei einer Landtagsanhörung für die Freie Wohlfahrtspflege. Die dreijährige Überbrückungsfinanzierung des Landes löse das Problem nicht.

Die NRW-Landesregierung hat eine KiBiz-Reform frühestens für das Kindergartenjahr 2018/2019 angekündigt. Zur Überbrückung aktueller Finanzierungsengpässe hat sie beschlossen, die jährliche Anpassung der Kindpauschalen von 1,5 Prozent zu verdoppeln. Die Vertreter der Kirchen zeigten sich zwar "dankbar" für diese millionenschwere Finanzspritze, verlangten aber eine durchgreifende Reform in absehbarer Zeit.

Das Land, das die höhere Kindpauschale mit 420 Millionen Euro aus dem ehemaligen Betreuungsgeld finanziere, verschaffe den defizitären Einrichtungen zwar "etwas Luft", hieß es. Die Gefahr von Kita-Schließungen sei damit aber nicht gebannt. Zugleich wies die katholische Kirche darauf hin, dass sich der Trägeranteil für ihre landesweit 2621 Kindergärten in den letzten sieben Jahren von 97,8 auf 189,9 Millionen Euro verdoppelt habe. Mit der vom Land in Aussicht gestellten finanziellen Überbrückung sei "eine Kostendeckung weiterhin nicht erzielbar", erklärte Ferdinand Claasen vom Katholischen Büro der NRW-Bischöfe.

Krankheitsauslöser Schulden

Aachen - Gesundheitliche Probleme wie Krankheit, Sucht oder Unfallfolgen stellten 2015 für jeden siebten Klienten (13,5 %) einer Schuldnerberatungsstelle den hauptsächlichen Auslöser der Überschuldungssituation dar. Dies ist ein erstes vorläufiges Ergebnis der Überschuldungsstatistik 2015, das das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung Anfang Juni 2016 veröffentlicht hat. Besonders häufig treten mit 16,6 % der Fälle gesundheitliche Gründe für die Überschuldung bei Arbeitslosen auf. Für erwerbstätige Personen waren hingegen nur in 7,6 % der Fälle gesundheitliche Probleme die Hauptschuldenursache. In der Beratungspraxis zeigten sich bei Klienten häufig Depressionen, Ohnmachtsgefühle und Angstzustände, erklärte Roman Schlag, Fachreferent für  Arbeitsmarktpolitik und Schuldnerberatung beim Caritasverband für das Bistum Aachen. Klienten berichteten aber auch von massiven Schmerzen. "Überschuldung ist ein massiver Stressfaktor, der psychische und Herz-Kreislauf-Krankheiten begünstigt", sagte Schlag, Er fordert neue Konzepte zur Gesundheitsförderung für überschuldete Menschen, um teure Folgeerkrankungen zu verhindern.

Osteuropäische Haushaltshilfen

Paderborn - Das belgische Familien- und Gesundheitsministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat sich über das Angebot "CariFair" des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn informiert. Mit "CariFair“ wird der qualitätsgesicherte Einsatz polnischer Haushalts- und Betreuungskräfte in Familien mit Pflegebedürftigen garantiert. In Belgien beobachte man zunehmend osteuropäische Haushalts- und Betreuungskräfte in privaten Haushalten, deren Tätigkeit nicht geregelt sei, sagte Minister Antonios Antoniadis bei einem Besuch der Caritas in Paderborn. Ebenso wie der Diözesan-Caritasverband zu Beginn des Projektes 2009 überlege man gegenwärtig in Belgien, wie man mit der Situation umgehen könne.

cpd

Christliche Krankenhäuser

Paderborn - Inspiriert und "positiv angetan" ist eine Delegation leitender Mitarbeiter von Kirche, Caritas und katholischen Krankenhäusern unter Federführung des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn aus den USA zurückgekehrt. Ziel der Reise waren große Träger katholischer Krankenhäuser in Texas, Missouri und South Dakota, die systematisch und konsequent die christliche Ausrichtung ihrer Häuser vorantreiben – ein Vorgehen, das auch für die 52 katholischen Krankenhäuser im Erzbistum Paderborn angestrebt wird. "Die christliche Werte- und Profilentwicklung in den katholischen Krankenhäusern ist uns ein wichtiges Anliegen", erklärt Dr. Thomas Günther, Leiter von "German-CIM", einem Instrument des Diözesan-Caritasverbandes Paderborn. Die aus den USA stammende "Catholic Identity Matrix" (CIM) war in einem dreijährigen Pilotprojekt für deutsche Verhältnisse angepasst worden.

NRW-Tag in Düsseldorf

Banner zum NRW-Tag 2016 mit Datums- und Ortsangabe sowie dem Hashtag '#LassDichDrücken' und dem Titel 'NRW 70 :D' 

Ein Kubus der Caritas- Aktion 'Stell mich an, nicht aus' aus Metall mit einigen Plakaten, der auf einem Platz in Dortmund steht1946 gründete die britische Besatzungsmacht das Land Nordrhein-Westfalen, das in diesem Jahr 70. Geburtstag feiern kann. Für das Jubiläum kommt der NRW-Tag, der in wechselnden Städten ausgerichtet wird, diesmal vom 26. bis 28. August in die Landeshauptstadt. Sieben Bühnen und 320 Zelte verteilen sich dann in Düsseldorf zwischen Landtag, Burgplatz und Innenstadt sowie auf der Oberkasseler Rheinwiese. Auch die Caritas wird mit ihrer Aktion "Stell mich an, nicht aus" präsent sein und auf die Situation von Langzeitarbeitslosen hinweisen. Abgeordnete, Kooperationspartner und kirchliche Vertreter werden am Stand der Caritas erwartet (Wiese zwischen Moselstr. und Platanenallee, rechts vom Landtag, Nähe Rheinufer).

Stellvertretend für die vielen Langzeitarbeitslosen in Deutschland haben sechs ihre ganz persönliche Geschichte erzählt, die auf diesem Kubus der BAG Integration durch Arbeit im Deutschen Caritasverband ausgestellt wird.

www.ida.caritas.de

Generalistische Pflegeausbildung

Die Debatte um die generalistische Pflegeausbildung wird sich durch den Sommer ziehen. Der Deutsche Caritasverband setzt sich gemeinsam mit seinen Fachverbänden KKVD und VKAD sowie der Diakonie seit Jahren für eine generalistische Pflegeausbildung ein. Modellprojekte haben schon vor über zehn Jahren gezeigt, dass eine Zusammenführung der bislang drei getrennten Pflegeausbildungen in der Kinder-, Kranken- und Altenpflege machbar und sinnvoll ist. Viele Praktiker in der Caritas sind davon überzeugt, dass eine generalistische Pflegeausbildung die Attraktivität des Berufs erhöht und insgesamt die Qualität der Pflege steigt. Hilfreich für eine Versachlichung der durchaus kontroversen Debatte (siehe auch Caritas in NRW – AKTUELL 2 und 3/2016) ist eine Gegenüberstellung der bisherigen Pflegeausbildungsgesetze und des neuen Entwurfs für ein Pflegeberufegesetz (inkl. der Eckpunkte einer Ausbildungs- und Prüfungsverordnung).

Caritas in NRW – AKTUELL 4/2016

Der komplette Newsletter zum Download als PDF-Dokument.

Banner zur Initiative 'Wir für Sie' der LAG Freie Wohlfahrtspflege NRW zum Internationalen Tag der Pflege / © LAG Freie Wohlfahrtspflege NRW

Caritas in NRW – AKTUELL

Tag der Pflege

Auch in diesem Jahr nutzt die Freie Wohlfahrtspflege NRW den Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai für eine gemeinsame Initiative. Unter dem Motto „Wir begleiten Sie – würdevoll bis zuletzt!“ thematisieren die Wohlfahrtsverbände die Pflege von Menschen in der letzten Lebensphase und die Unterstützung ihrer Angehörigen und Freunde. mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Generalistische Pflegeausbildung?

Azubis im Krankenhaus / Pedro Citoler

Azubis im Krankenhaus / Pedro Citoler

Seit einigen Monaten tobt der Streit um die geplante generalistische Pflegeausbildung, also die gemeinsame Ausbildung von Alten-, Kinder- und Krankenpflegediensten. Die Caritas unterstützte öffentliche den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU). Die Debatte wird jedoch innerhalb der Caritas weitergeführt. mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Bedingt funktionsfähig

Porträt: Dr. Albert Evertz

Porträt: Dr. Albert Evertz

Altenpflegegesetz-Durchführungsverordnung, kurz APG-DVO: Hinter diesem bürokratischen Wortungetüm steht der Versuch, die Refinanzierung der Infrastrukturkosten für die Pflegeeinrichtungen in NRW neu zu regeln. Doch seit zwei Jahren gelingt es der Landesregierung nicht, Klarheit und Rechtssicherheit für die Altenheime herzustellen. Warum? mehr


Pressemitteilung

Krankenhäuser: Investitionslücke

Dienstbesprechung im Krankenhaus / Pedro Citoler

Dienstbesprechung im Krankenhaus / Pedro Citoler

Kliniken brauchen eine nachhaltige Investitionsförderung durch das Land – Förderlücke schließen! mehr

Nachricht

Sozialpolitiker trifft Werkstatträte

Der sozialpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion Karl Schwiewerling steht vor einer Bühne an einem Pult und hält eine Rede. Um ihn herum sind Teilnehmer des Treffens zu sehen. / Hubert Seggewiße (Büngerntechnik Rhede)

Der sozialpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion Karl Schwiewerling steht vor einer Bühne an einem Pult und hält eine Rede. Um ihn herum sind Teilnehmer des Treffens zu sehen. / Hubert Seggewiße (Büngerntechnik Rhede)

Besondere Erwartungen der in den Werkstätten für behinderte Menschen beschäftigten Personen verbinden sich mit einer Weiterentwicklung der jetzigen Eingliederungshilfe zu einem Bundesteilhabegesetz. Das Gesetz soll bald in den Bundestag kommen, Hoffnungen und Befürchtungen sind halten sich die Waage. Zu Recht? mehr

Prof. em. Klaus J. Bade steht an einem Pult und hält eine Rede. Im Vordergrund sind einige Teilnehmer der Vertreterversammlung des DiCV Aachen zu sehen. / Caritas

Caritas in NRW – AKTUELL

Interkulturelle Kompetenz wird wichtiger

Der Migrationsdruck auf Deutschland und Europa wird anhalten. Davon geht der Migrationsforscher, Historiker und Politikberater Prof. em. Klaus J. Bade aus. „Aus vielen Geflüchteten werden Mitbürger, mit welchem Status auch immer“, sagte Bade bei der Vertreterversammlung des Caritasverbandes für das Bistum Aachen. mehr

Fachtagungen

28.
Juni
2016
45127 Essen

"Welten treffen aufeinander"

Ehrenamtskoordinator/innen als Brückenbauer/innen mehr


14.
Juni
2016
45127 Essen

Gemeinsam aktiv im Sozialraum

5. Fachberatungstag der Diözesan-Caritasverbände zum Abschluss des Projektes "Sozialraumorientierung in der Praxis" in NRW mehr


Newsticker – Mai 2016

nak: Unterhaltsvorschuss ausweiten!

nak: Hilfe für Alleinerziehende bekämpft Kinderarmut

Köln - Mehr als die Hälfte (965000) der 1,89  Millionen Heranwachsenden in Deutschland, die auf Hartz IV angewiesen sind, leben laut der Nationalen Armutskonferenz (nak) in Haushalten mit nur einem  Elternteil.

"Wer  Kinderarmut  bekämpfen  will, der  muss die  Situation der Alleinerziehenden verbessern", sagte nak-Sprecher Frank Johannes Hensel in Köln. Daher fordert das Netzwerk eine deutliche Ausweitung des Unterhaltsvorschusses bis zu Berufsausbildung oder Studium. Diesen kann der alleinerziehende Elternteil beantragen, wenn der Partner seiner Unterhaltsverpflichtung nicht nachkommt. 2013 war dies laut nak für 468463 Kinder der Fall. Unterhaltsvorschuss kann jedoch maximal für sechs Jahre und auch nur bis zum zwölften Lebensjahr bezogen werden, danach muss der alleinerziehende Elternteil den Wegfall allein kompensieren, kritisierte die Armutskonferenz. "Der Unterhaltsvorschuss darf nicht auf sechs Jahre begrenzt werden, sondern muss sich am Bedarf und an der sozialen Situation der Kinder orientieren", sagte Hensel, der auch Diözesan-Caritasdirektor im  Erzbistum Köln ist. Eine  Verlängerung des Unterhaltsvorschusses sei eine Notwendigkeit und komme direkt bei den Alleinerziehenden und ihren Kindern an. Jede fünfte Mutter in Deutschland zieht ihr Kind ohne Partner groß, das Armutsrisiko steigt.

Junge Flüchtlinge beteiligen

Münster - Die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW bittet erneut alle Ausländerbehörden in NRW, auch in diesem Jahr jungen Flüchtlingen die Teilnahme an Ferienfreizeiten auch in anderen Bundesländern und im Ausland zu ermöglichen. Die Behörden sollten auf Antrag eine für die Reise befristete Aufenthaltserlaubnis erteilen. Damit ist zum Ende der Freizeit eine Wiedereinreise nach Deutschland möglich. Viele Jugendverbände, Vereine und Initiativen setzen sich jedes Jahr dafür ein, dass junge Flüchtlinge die Chance erhalten, auf Ferienfreizeiten mitzufahren. Denn auch sie haben ein Recht auf Freizeit und Erholung.

Armutsdebatte: Deutschland kein Verelendungsweltmeister

Mülheim - Caritas-Generalsekretär Prof. Dr. Georg Cremer wirbt für eine Versachlichung der Armutsdebatte. "Wenn wir die reflexartigen Reaktionen auf die Armuts- und Reichtumsberichterstattung sehen, könnte man den Eindruck gewinnen, Deutschland sei nicht nur Export-, sondern vor allem Verelendungsweltmeister", sagte Cremer bei einer Diskussion in der Katholischen Akademie "Die Wolfsburg" in Mülheim an der Ruhr. "Diese Armutsdebatte hilft vor allem einer Gruppe nicht: den Armen", so Cremer.

Unter dem Titel "Die tief zerklüftete Republik – Armut in Deutschland" debattierte Cremer mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Caritas. Er wendet sich vor allem gegen eine Rhetorik vom zerklüfteten Land und von der sozialen Schere, die immer weiter auseinander-gehe. Skandalisierungen seien deshalb so gefährlich, weil sie die Mittelschicht, die für eine stabile Gesellschaft so wichtig sei, verängstigten und verunsicherten. "Abstiegsängste der gesellschaftlichen Mitte gehen zulasten der Armen", so Cremer.

Wohlfahrtsverbände – auch die Caritas – hätten die Aufgabe, ihre Finger in gesellschaftliche Wunden wie Armut, Ungerechtigkeit und mangelnde Teilhabe zu legen. Aber es sei wichtig, dabei bei den Fakten zu bleiben und nicht durch Skandalisierung Stimmung zu machen.

Längere Schulpflicht gefordert

Münster - Die Caritas in Münster setzt sich für eine verlängerte Schulpflicht für junge Flüchtlinge ein. Ein Schulabschluss ist für Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann "eine zentrale Voraussetzung für den Start in den Beruf und damit für die Integration". Viele der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hätten in ihren Heimatländern dazu keine Chance mehr gehabt. Die Caritas in der Diözese Münster begleitet in ihren Einrichtungen rund 500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Viele seien in einem Alter, in dem deutsche Jugendliche die Schule fast abgeschlossen hätten und die Schulpflicht mit Erreichen der Volljährigkeit ende. Jungen Flüchtlingen müsse nach Ansicht von Kessmann mehr Zeit eingeräumt werden, zumal sie parallel noch Deutsch lernen müssten. Ohne ein Abschlusszeugnis vorweisen zu können, sei in Deutschland kaum eine Berufsausbildung möglich, und ein Beruf wiederum sei die Voraussetzung, sich integrieren zu können. Damit junge Flüchtlinge die Möglichkeiten des deutschen Bildungssystems nutzen können, hält Kessmann die gesetzliche Verankerung einer höheren Altersgrenze für notwendig.

Spitzengespräch mit CDU

Ein gedeckter Frühstückstisch an dem 12 Personen sitzen. Auf der rechten Seite sitzen die fünf Diözesan-Caritasdirektoren aus NRW, die übrigen Personen gehören zur Landtagsfraktion NRW der CDU.Markus Lahrmann

Politischer Austausch mit der CDU beim gemeinsamen Frühstück

Düsseldorf - Die Zukunft der Kindertageseinrichtungen, die Flüchtlingssituation, die schwierige Situation in der stationären Pflege und Perspektiven zur Integration in den Arbeitsmarkt – das waren die Hauptthemen bei einem politischen Spitzengespräch von CDU-Landtagsfraktion und Caritas in NRW im Düsseldorfer Landtag. "Wir sind für das andauernde und umfassende Engagement der Caritas für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sehr dankbar. Die Anregungen aus praktischer Arbeit sind wichtige Impulse für unsere parlamentarische Arbeit. Bei der Integration der Flüchtlinge in Bildung und Arbeitsmarkt setzen wir auf die Caritas als starken Partner", erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Armin Laschet anschließend und betonte "die großen Gemeinsamkeiten zwischen CDU und Caritas".

Auf Seiten der Caritas in NRW nahmen am Gespräch teil (v. l. n. r.): Dr. Frank Johannes Hensel (Diözesan-Caritasdirektor Köln), Heinz-Josef Kessmann (Diözesan-Caritasdirektor Münster und Sprecher der Diözesan-Caritasdirektoren NRW), Burkard Schröders (Diözesan-Caritasdirektor Aachen), Josef Lüttig (Diözesan-Caritasdirektor Paderborn). Für die CDU nahmen am Gespräch teil (v. l. n. r.): Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg (Sprecher für Kulturpolitik und Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken), Peter Preuß (Sprecher für Arbeit, Soziales und Gesundheit), Bernhard Tenhumberg (Sprecher für Kinder, Jugend und Familie), Walter Kern (Sprecher in der Enquetekommission „Familienpolitik“), Christina Schulze Föcking (stellvertretende Fraktionsvorsitzende), Armin Laschet (CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzender), Lutz Lienenkämper (parlamentarischer Geschäftsführer), André Kuper (stellvertretender Fraktionsvorsitzender).

Demografie: Fakten für Kreise und Städte

NRW - Der Deutsche Caritasverband hat eine Untersuchung zu den regionalen Auswirkungen des demografischen Wandels in ausgewählten sozialen Arbeitsfeldern vorgelegt. Die Analyse wurde vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung erstellt und bietet für NRW detaillierte Fakten zu den einzelnen Kreisen und kreisfreien Städten. Untersucht wurden die regionalen Auswirkungen für die besonders vom demografischen Wandel betroffenen Arbeitsfelder Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe sowie Migration/Integration. Unter Mitwirkung von Caritas-Expert(inn)en aus der praktischen Arbeit wurden aus den ermittelten Herausforderungen Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Die lokalen Daten wurden im Web so aufbereitet, dass gute Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Kommunen geboten werden. Interessant und hilfreich die Verknüpfung mit der jeweiligen sozio-ökonomischen Situation. Dadurch kann sich ein konkretes Bild über mögliche Herausforderungen ergeben. Die Studie ist hier veröffentlicht.

Caritas in NRW – AKTUELL 3/2016

Der komplette Newsletter zum Download als PDF-Dokument.

Ein Senior und eine Pflegerin sitzen auf einem Sofa. / Deutscher Caritasverband e.V./KNA

Caritas in NRW – AKTUELL

2/2016

Ein heftiger Streit tobt um die von der Bundesregierung geplante Reform der Pflegeausbildung. Streitpunkt ist die sogenannte generalistische Pflegeausbildung, also die gemeinsame Ausbildung von Alten-, Kinder- und Krankenpflegekräften. Innerhalb der Caritas zeichnen sich Unterstützung und viel Sympathie für das Reformvorhaben ab. mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Bedrohte Frauen brauchen auch Schutz vor Cybergewalt

Die Teilnehmerinnen der 4. NRW-Frauenhauskonferenz sitzen an gedeckten Holztischen, die zu mehren Stuhlreihen aufgebaut wurden / Harald Westbeld

Die Teilnehmerinnen der 4. NRW-Frauenhauskonferenz sitzen an gedeckten Holztischen, die zu mehren Stuhlreihen aufgebaut wurden / Harald Westbeld

Vor der Zeit der Smartphones boten Frauenhäuser Schutz an geheim gehaltenen Adressen. Heute muss als Erstes die Ortungsfunktion des Handys deaktiviert werden, wenn eine Frau vor der physischen Gewalt geflohen ist. Dann kann sie erst einmal nicht mehr aufgespürt werden, aber Bedrohungen in den sozialen Medien bleiben. mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Recht bekommen – aber Pech gehabt

zwei Männer in einer Radstation / KNA / Oppitz

zwei Männer in einer Radstation / KNA / Oppitz

Wenn die Regelungen zu Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe tatsächlich wie angekündigt weniger bürokratisch und damit bürgerfreundlicher werden, ist das ganz im Sinne der Caritas im Bistum Münster. Doch der im Bundeskabinett jetzt beratene Gesetzentwurf enthält auch eine Reihe von Verschärfungen und löst nicht alle altbekannten Probleme. mehr

KNA / Oppitz

Caritas in NRW – AKTUELL

"Nicht mit Armut abfinden"

Die Caritas im Bistum Essen fordert Lösungen im Kampf gegen die Armut im Ruhrgebiet. Sie gefährde die Solidarität in der Region, erklärte Diözesan-Caritasdirektor Andreas Meiwes. Weil Arbeitslosigkeit die Hauptursache von Armut sei, müsse ein öffentlich geförderter Arbeitsmarkt geschaffen werden. mehr

Newsticker – März 2016

Kurberatungsstellen vor dem Aus

Paderborn - Die mangelnde Finanzierung von Kurberatungsstellen etwa für Mutter-Kind-Kuren hat die Arbeitsgemeinschaft für Müttergenesung im Erzbistum Paderborn kritisiert. Im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Burkhard Blienert (SPD) sagte Geschäftsführer Klaus Tintelott, es gebe keinerlei finanzielle Absicherung der Kurberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände: "Sie fallen durch alle Finanzierungsnetze." Die Arbeitsgemeinschaft habe deshalb einen Vorschlag für eine Gesetzesänderung gemacht, der nun vom Deutschen Müttergenesungswerk weiter beraten werde. Blienert begrüßte die Paderborner Initiative. Die Kurberatungsstellen erfüllten eine wichtige Funktion auf dem Weg zu einer stationären Vorsorge- oder Rehamaßnahme und benötigten eine gesicherte Finanzierung, sagte er. In der Vergangenheit seien die Kurberatungsstellen durch eine Quersubventionierung finanziert worden, erklärte Tintelott. Dies sei nun nicht mehr möglich. "Somit stehen viele Kurberatungsstellen vor dem Aus."

cpd

Getrennte Unterbringung

NRW - In einer Gemeinschaftsunterkunft halten die Malteser Werke eine getrennte Unterbringung von Asylbewerbern nach Herkunft oder Religionszugehörigkeit für sehr sinnvoll. "Das ist ganz wichtig", sagte der Leiter des nordrhein-westfälischen Migrationsbüros der Hilfsorganisation, Kai Jatzenko. Eine solche Unterbringung werde in den Malteser-Unterkünften seit den 1990er-Jahren nach Möglichkeit praktiziert.

KNA

KiBiz: Nicht kostendeckend

Paderborn - Der Diözesan-Caritasverband Paderborn begrüßt die angekündigte Erhöhung der Kindpauschalen für Kindertageseinrichtungen durch das Land zum neuen Kindergartenjahr. Die Erhöhung von 1,5 auf 3 Prozent könne aber nur ein erster Schritt sein, sagte Kita-Referatsleiterin Inge Schlottmann. Die tatsächlichen Kostensteigerungen würden dadurch nicht aufgefangen. Eindringlich gefordert wurde eine weitere Erhöhung der Finanzierung. "Die vom Land geplante Erhöhung reicht nicht aus", betonte Schlottmann.  Die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse der vergangenen Jahre stellten große zusätzliche Anforderungen an die Tageseinrichtungen für Kinder, sagte Schlottmann. Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) müsse deshalb dringend angepasst werden, forderte sie.

cpd

Kita-Schließungen angekündigt

Essen - Aus finanziellen Gründen gibt das Bistum Essen zehn seiner 270 Kitas  auf. Der Betrieb solle in den kommenden zehn Jahren ohne betriebsbedingte Kündigungen auslaufen, wie der Kita Zweckverband ankündigte. Auch wenn die Landesmittel zum 1. August erhöht würden, reichten die Mittel zur Kostendeckung nicht aus, so die Begründung. Der Eigenanteil der katholischen Kindergärten im Ruhrbistum beläuft sich laut Zweckverband offiziell auf 12 und tatsächlich auf 16 Prozent.

KNA

Caritas in NRW – AKTUELL 2/2016

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Eine junge Frau wird von einer Mitarbeiterin der Caritas beraten / Oppitz / KNA

Caritas in NRW – AKTUELL

1/2016

Nordrhein-Westfalen stockt die Fördermittel für die Betreuungsvereine um 1 Million Euro auf 2,7 Millionen Euro auf. Doch das ist nach Ansicht der Caritas nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch in Zukunft stecken die Betreuungsvereine immer noch wesentlich mehr Eigenmittel in die Förderung der Querschnittsaufgaben. mehr

Caritas in NRW – AKTUELL

Caritas: Mehr tun für Langzeitarbeitslose

Porträt: Burkard Schröders

Porträt: Burkard Schröders

Langzeitarbeitslose müssen besser gefördert werden. Dazu ist es notwendig, Förderprogramme für Langzeitarbeitslose passgenauer zuzuschneiden. Der Aachener Diözesan-Caritasdirektor Burkard Schröders kritisierte, dass die Zahl der geförderten Jobs für Langzeitarbeitslose von 140000 Ende 2013 auf etwa 90000 zurückgegangen sei. mehr

Pressemitteilung

Qualität in der Jugendhilfe erhalten

Dr. Monika Weber steht bei der Fachtagung 'Ambulante Hilfen zur Erziehung zwischen Wirksamkeit und Kostendruck' der Caritas in NRW vor einem Pult und hält eine Rede / Christoph Grätz

Dr. Monika Weber steht bei der Fachtagung 'Ambulante Hilfen zur Erziehung zwischen Wirksamkeit und Kostendruck' der Caritas in NRW vor einem Pult und hält eine Rede / Christoph Grätz

Caritas warnt vor Standardabbau bei den Hilfen zur Erziehung mehr

Newsticker – Januar 2016

SGB-II-Testbogen aktualisiert

Aachen - Die Regelsätze für Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) sind zum Januar 2016 erhöht worden. Die Caritas im Bistum Aachen bietet einen aktuellen Testbogen zur Selbsteinschätzung der Regelleistungen an. Politisch fordert die Caritas weiterhin höhere Leistungen für Langzeitarbeitslose.

"Stetig steigende Verbraucherkosten finden weiterhin keine ausreichende Berücksichtigung", kritisiert derAachener Diözesan-Caritasdirektor Burkard Schröders. So beträgt zum Beispiel der Energieanteil für eine alleinstehende Person lediglich 31 Euro. Die Erhöhung um nur fünf Euro für Alleinstehende mache deutlich, dass die Berechnung falsch sei. Sie spiegele nicht den lebensechten Alltag der Betroffenen wider.

Der Eckregelsatz für eine alleinstehende Person beträgt seit Januar 404 Euro und für zusammenlebende Ehepartner bzw. Lebenspartner jeweils 364 Euro. Der Caritasverband Aachen bietet einen aktualisierten Testbogen an. Er dient dazu, sich einen ersten Überblick über Leistungen und Ansprüche auf Grundsicherung für Arbeitsuchende zu verschaffen.

Hinweis: Download des Testbogens unter www.caritas-ac.de (Bereich Armut und Schulden)

Bischofswort in "Leichter Sprache"

Essen - Das Wort von Ruhrbischof  Franz-Josef Overbeck zum neuen Jahr ist 2016 erstmals auch in "Leichter Sprache" erschienen. Der Text sei in vereinfachte Schriftsprache übertragen worden, damit er auch in Behinderteneinrichtungen und ähnlichen Institutionen verlesen werden könne, teilte das Bistum Essen mit. Die Version diene außerdem als Vorlage für Gottesdienste mit Menschen mit geringen Deutschkenntnissen. Das Wort in "Leichter Sprache" sei deutlich kürzer als das Original. Jeder Satz umfasse nur einen Gedanken. Inhaltlich spricht der Bischof über Hilfe für Flüchtlinge. Die „Leichte Sprache“ soll die gesellschaftliche Teilhabe behinderter Menschen fördern.

Mehr Lohn im Sozial- und Erziehungsdienst

Essen - Rund 80000 Mitarbeiter im Sozial- und Erziehungsdienst der Caritas in Nordrhein-Westfalen erhalten rückwirkend zum 1. Januar mehr Gehalt. Darauf hat sich die Regionalkommission NRW in Essen verständigt. Vollzeitbeschäftigte erhielten damit zwischen 93 und 138 Euro mehr pro Monat. Der Beschluss bedeute ebenso ein Plus für Sozialarbeiter, Kinderpfleger und die Leitungen von Kindertagesstätten und Einrichtungen der Behindertenhilfe, hieß es. "Damit ist für die größte von sechs  Caritas-Regionen der Bundesbeschluss vom Dezember 2015 schnell und gleichwertig umgesetzt", so die Regionalkommission NRW.

Essen: Mobile Kita

Essen - Eine "mobile Kita" für Flüchtlingskinder hat der KiTa-Zweckverband im Bistum Essen ins Leben gerufen. Das Spielmobil fährt Flüchtlingseinrichtungen an und bietet den Kindern für einige Stunden eine kindgerechte Beschäftigungsmöglichkeit, die in Großunterkünften meist nicht vorhanden ist. Darüber hinaus laden die Einrichtungen des Zweckverbands Flüchtlingskinder und ihre Familien zum gegenseitigen Kennenlernen in die Kitas ein. In kleinen Gruppen werden die Kinder allein oder mit den anderen Kita-Kindern in Familienzentren zunächst als "Gast" an einigen Tagen stundenweise betreut.

NRW – RWL: Fusion der Diakonie

NRW - Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland wird in dem Zusammenschluss "Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe" aufgehen. Die Landessynode beschloss in Bad Neuenahr die Fusion mit dem landeskirchenübergreifenden Verein. Die Synoden der westfälischen und lippischen Landeskirche hatten bereits eine entsprechende Verschmelzung ihrer Werke beschlossen. Schon 2008 war der landeskirchenübergreifende Verein von der rheinischen, westfälischen und lippischen Kirche gegründet worden. Die Fusion bewirkte damals aber noch nicht die Auflösung der landeskirchlichen diakonischen Werke, was zu einem Nebeneinander von vier Vereinen mit demselben Ziel führte. Nun soll es nur noch einen Verein geben.

KNA

Spitzengespräch mit Grünen

Vier Vertreter der Fraktion 'Bündnis 90/Die Grünen' im Landtag NRW und fünf Vertreter der Caritas in NRW sitzen in einem Besprechungsraum an einem gedeckten Frühstückstisch.Markus Lahrmann

Düsseldorf - Mit der Fraktionsspitze der Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag trafen jüngst Diözesan-Caritasdirektoren und Experten aus den Verbänden zusammen. Es ging um die Flüchtlingshilfe, die Debatte in der Öffentlichkeit muss dringend versachlicht werden. Es ging um die angekündigte Neufassung des Kinderbildungsgesetzes KiBiz. Die Finanzierung von Kindertagesstätten wird sich demnächst verbessern, aber reicht das für die Zukunft? Und es ging auch um die Integration auf dem Arbeitsmarkt - und zwar von Menschen mit Behinderung und von Langzeitarbeitslosen. Die Caritas fordert klare Perspektiven für die Werkstätten für Menschen mit Behinderung und setzt sich ein für einen geförderten Arbeitsmarkt. Diese Fragen dürfen nicht überschattet werden durch die großen Anstrengungen, die die Flüchtlingssituation von allen Menschen guten Willens erfordert: (von links) Sara Göttmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Flüchtlingspolitik, Siegrid Beer, parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion, Mehrdad Mostofizadeh, Fraktionsvorsitzender, Manuela Grochowiak-Schmieding, sozialpolitische Sprecherin, Michael Brohl (Diözesan-Caritasverband Paderborn), Andreas Meiwes (Diözesan-Caritasdirektor Essen), Dr. Frank Johannes Hensel (Diözesan-Caritasdirektor Köln), Heinz-Josef Kessmann (Diözesan-Caritasdirektor Münster), Monika Van Vlodrop (Diözesan-Caritasverband Aachen).

Jede dritte Kita betreut Flüchtlingskinder

Köln - Innerhalb eines halben Jahres hat sich die Zahl der Flüchtlingskinder in den Kindertagesstätten des Erzbistums Köln mehr als verdoppelt auf 512 Kinder.

Mit der Betreuung leisten die Kitas einen wichtigen Beitrag zur Integration der Kinder und ihrer Eltern. Die Zahlen wurden Ende vergangenen Jahres in einer Befragung des Diözesan-Caritasverbandes unter allen 669 katholischen Kindertagesstätten erhoben. "Die Flüchtlingskinder brauchen wie alle Kinder das Spiel und das Miteinander mit Gleichaltrigen. Sie brauchen aufgrund ihrer Erlebnisse aber auch besondere Aufmerksamkeit: Die katholischen Kitas leisten damit einen wichtigen Beitrag zu ihrer seelischen Stabilisierung und bieten gleichzeitig etwas ersehnte Normalität im Kinderleben", sagt Dr. Frank Johannes Hensel, Kölner Diözesan-Caritasdirektor und Leiter der Flüchtlingshilfe "Aktion Neue Nachbarn".

KNA

Krankenhausfinanzierung: Massive Wettbewerbsverzerrung

Caritas kritisiert NRW-Landesförderung für Krankenhäuser 

Münster - Kritik an der Förderpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen im Gesundheitswesen hat die Caritas im Bistum Münster geübt. Während für die sechs Uni-Kliniken des Landes rund zwei Milliarden Euro bereitgestellt würden, müssten sich die etwa 370 Krankenhäuser einen Landeszuschuss von 500 Millionen Euro teilen, sagte der Abteilungsleiter Gesundheitshilfe, Klaus Schoch, in Münster.

Eine so massive Wettbewerbsverzerrung zugunsten der Uni-Kliniken sei auch mit Forschung und Lehre nicht zu rechtfertigen. Dass die Universitätseinrichtungen die Förderung erhielten, sei grundsätzlich richtig, so Schoch. "Schließlich profitieren die Patienten von der angebotenen Versorgung." Dennoch sei ihre Förderung auch ungerecht. Fünf der sechs Uni-Kliniken stünden im Rheinland. "Die Uni-Klinik Münster profitiert als einziges Krankenhaus in Westfalen", so Schoch. Gute Medizin brauche gute Bedingungen. Aber das gelte für alle Krankenhäuser, so der Gesundheitsexperte der Caritas. Mit der Förderpolitik des Landes lasse sich auf Dauer keine gute medizinische Versorgung in der Fläche aufrechterhalten. Auch Krankenhäuser in Mittel- und Kleinstädten wie Kleve, Borken und Rheine hätten dringenden Sanierungsbedarf. Schoch fordert die Landesregierung auf, den Investitionsstau an allen Krankenhäusern in NRW aufzulösen.

KNA

Krankenhäuser: Versorgungslücke geschlossen

Münster - Gesund genug für die Entlassung aus der Klinik, aber noch zu krank, um ohne Hilfe allein zu Hause zurechtzukommen. Das war bislang ein großes Problem gerade für ältere Patienten. Seit Jahresbeginn können sie bis zu vier Wochen ambulante Pflege und Unterstützung im Haushalt bei ihrer Krankenkasse beantragen. Monika Brüggenthies, Pflegeexpertin bei der Caritas Münster, begrüßt die neue Regelung im Krankenhausstrukturgesetz und hofft, dass sich dadurch der „Drehtüreffekt“ zwischen Krankenhaus und Zuhause verringert.

cpm

Caritas in NRW – AKTUELL 1/2016

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Newsletter Caritas in NRW - AKTUELL

Caritas in NRW – AKTUELL informiert sechsmal im Jahr mit aktuellen Nachrichten und Kommentaren zu sozialen und politischen Themen in NRW.

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