Caritas in NRW

Jahres-Kampagne 2017

Was ist Heimat?

Porträt: Rachid AkouaouachAchim Pohl

"Heimat ist da, wo ich mich wohlfühle und auch von anderen bestätigt bekomme dazuzugehören."

Ich habe die längste Zeit meines Lebens in Deutschland verbracht, deswegen ist Deutschland mein Heimatland. Natürlich ist auch Marokko ein Stückchen Heimat. Ich habe also mehrere Heimaten. Bei mir war der Schlüssel zur Integration, dass wir als Familie uns relativ früh entschlossen haben, die Sprache zu erlernen und auch die tradierten Vorstellungen und Lebensweisen, die Kultur im Umgang miteinander, aufzunehmen. Das ist eine Bereicherung, wenn man das als Chance sieht.

Ich habe persönlich kaum Rassismus erlebt. Wenn man aus einer anderen Kultur, einem anderen Herkunftsland kommt, kann man nicht die Kultur und die Religion hier in Europa eins zu eins weiterleben und praktizieren. Man muss Kompromisse eingehen. Die Mehrheitsgesellschaft bestimmt letztendlich, wer integriert wird oder nicht. Wenn sie den Minderheiten das Gefühl gibt dazuzugehören, dann kann Integration erfolgreich sein.

Rachid Akouaouach ist gebürtiger Marokkaner von der Volksgruppe der Berber. Er arbeitet als Sozialarbeiter in der Flüchtlingsberatung des Caritasverbandes für die Stadt Essen.



Porträt: Dompropst Dr. Norbert FeldhoffMarkus Bollen (EBK)

"Unsere Heimat ist im Himmel." (Phil 3,20)

Was meinte Paulus eigentlich damit? In diesem Fall ist es interessant und wichtig, auf den Urtext zurückzugehen. Denn das Wort Heimat (…) ist eine zwar richtige, aber sehr freie Übersetzung des griechischen Wortes "Politeuma". Der Begriff, den Paulus verwendet, ist ein rechtlich-politischer Begriff und meint so viel wie "Gemeinwesen", "Bürgerschaft", in der man Bürgerrechte hat.

Bürgerrechte haben wir im Himmel! Dieses Bürgerrecht ist uns vom Himmel, von Christus, unserem Retter, geschenkt worden, wie sich aus dem ganzen Kontext ergibt. In Jesus Christus hat der Himmel nicht nur einen Namen, sondern ein Gesicht bekommen. Vielleicht dürfen wir sagen, dass Petrus in der Verklärung auf dem Berg Heimaterfahrung gemacht hat. Deshalb wollte er Hütten bauen; festhalten diese Geborgenheit, diese Heimat. Aber er musste lernen, so einfach ist das nicht. Vor unserem Tod finden wir keine endgültige Heimat. Aber mit Christus auf seinem Weg zum Kreuz fest verbunden, kann diese zerbrechliche Welt für uns Geborgenheit und Heimat werden.

Der ehemalige Dompropst Dr. Norbert Feldhoff in seiner Predigt zum zweiten Fastensonntag (26.02.2010)



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