Caritas in NRW

Vielfalt in der Kita

Zusammen eine große Gemeinschaft!

Gruppenfoto mit einer Betreuerin, einem Betreuer und 13 Kindern in einem Spielzimmer einer KindertageseinrichtungRespekt und Toleranz gegenüber anderen Menschen müssen auch erst gelernt werden. In der Kita klappt das schon ganz gut.Marco Eschenbach

Ein normaler Donnerstagvormittag in Düsseldorf-Lierenfeld: In der Kita St. Michael steppt der Bär. Die Kinder singen, sie spielen und toben. Geht es richtig laut zu, wird es dann auch schon mal international. Und das kann beispielsweise gleichzeitig auf Türkisch, Arabisch, Französisch, Serbisch oder Russisch sein - über ein Dutzend Muttersprachen schwirren zeitweilig durch die Räume. "Das ist manchmal schon eine große Herausforderung", sagt Kita-Leiterin Karin Moseke. "Aber die Kommunikation klappt am Ende immer, zur Not auch mit Händen und Füßen."

Vermitteln, nicht missionieren

Moseke und ihr neunköpfiges pädagogisches Team müssen aber nicht nur mit unterschiedlichen Sprachen klarkommen, auch die Vielfalt der Glaubensbekenntnisse gilt es zu beachten. Unter dem Dach von St. Michael gibt es Kinder christlichen, orthodoxen, muslimischen und buddhistischen Glaubens - ein Kind ist konfessionslos. "Wir haben einen bunten Mix vieler Glaubensrichtungen. Im katholischen Kita-Alltag steht aber natürlich die Vermittlung christlicher Werte im Mittelpunkt", erzählt Moseke. Und das funktioniere prima. Egal ob an Ostern, Weihnachten oder bei anderen Feierlichkeiten wie St. Martin: "Die Kleinen haben einfach Freude daran, dabei zu sein." Wichtig sei, stets sensibel mit Andersgläubigen umzugehen: "Wir wollen vermitteln, nicht missionieren. Deshalb nehmen wir natürlich Rücksicht auf alle", so Moseke.

Gegenseitig Toleranz üben

In der Kita werden nicht nur wichtige christliche Feste gefeiert, auch gemeinsam gestaltete Gottesdienste stehen zum Beispiel auf der Tagesordnung. "Jeder kann zum Gelingen etwas beitragen, egal welcher Glaubensrichtung. Das ist unsere Botschaft", sagt Moseke. Im Vordergrund ­stehe so immer das Wir-Gefühl. "Einzeln sind wir verschieden, zusammen eine große Gemeinschaft." Der gegen­seitige Respekt fange eben schon in der Kita an, so die Kita-Chefin: "Wir lassen einander zu und geben uns Raum zur Entfaltung. Das ist unser Rezept."

Marco Eschenbach



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