Caritas in NRW

E-Learning im Fachseminar

Digital lernen für analoge Pflege

Drei Frauen und ein Mann befinden sich in einem Schulungsraum und blicken auf zwei TabletsAm Liebsten vertiefen Hadidza Mucinovic (Mitte) und Sarah Wallenhorst spielerisch ihr Wissen. Annika von den Benken (l.) und ihre Kollegen sorgen für Inhalt und Dirk Küpers für das technische Funktionieren.Harald Westbeld

Wenn Hadidza Mucinovic und Sarah Wallenhorst bekennen, dass sie am liebsten die Rubrik Spiele anwählen, kann Dirk Küpers das mit Statistik bestätigen: 20000 Zugriffe auf "Wer wird Millionär?" nach einem guten Jahr bestätigen seine Mühen beim Aufbau der digitalen Lernplattform. Aber was auch spielerisch daherkommt in der langen Liste von Lernmodulen, hat einen ernsten Hintersinn. Das zeigt sich bei den 1500 Fragen zur bekannten Quizsendung. Die haben alle einen fachlich pflegerischen Hintergrund und finden sich in den einzelnen Lernfeldern wieder und sind dort auch 13000-mal angeklickt worden.

"Die Nutzung ist nicht verpflichtend und in der Regel kein fester Bestandteil des Unterrichts", erklärt Annika von den Benken, pädagogische Mitarbeiterin in Ibbenbüren. Vielmehr wird den Schülern die Möglichkeit geboten, ihr Wissen zu vertiefen und ihren Kenntnisstand zu überprüfen. Und das mit sportlichem Anreiz: Die Ergebnisse aller Antworten auf die Fragen zu jedem Lernfeld fließen in eine Rangliste aller Schüler des Caritas-Bildungswerks ein.

Küpers ist für den technischen Aufbau der Plattform verantwortlich. Er hat sie mit Unterstützung der Hochschule Hamm-Lippstadt und des Landes NRW auf dem weltweit weitverbreitetsten System "Moodle" aufgesetzt und für das Bildungswerk angepasst. Er sieht viele weitere Vorteile in dieser Lernform: Die Schüler würden auf die fortschreitende Digitalisierung vorbereitet, erklärt er. Zudem können sich die Dozenten untereinander besser vernetzen und Praxis und Theorie verknüpfen. Dies geschieht auch über die Praxisanleiter in den ausbildenden Einrichtungen, die künftig noch stärker einbezogen werden sollen.

Schüler und Lehrer finden in den Lernmodulen Dokumente und fast immer Videos zum Thema. "Die sind aus dem Internet, aber alle geprüft", betont von den Benken. Bei Youtube könne man auch suchen, aber da gebe es viele fachlich falsche Szenen.

Wenn zum Beispiel das Thema "Wundversorgung" behandelt wurde, können die Schüler auf der Lernplattform neben einem vertiefenden Video und weiteren Informationen zum Expertenstandard ihren Wissensstand mit 41 Fragen überprüfen. Hadidza Mucinovic und Sarah Wallenhorst wissen, dass nicht alle Schüler die Chance nutzen, aber viele wie sie es praktisch und spannend finden, sich mal zwischendurch unterwegs oder zu Hause einzuloggen: "Wir sind ja alle mobil unterwegs", sagt Wallenhorst.

Fertig ist die Plattform aus Küpers‘ Sicht längst nicht, und auch von den Benken hat einige Ideen zur Weiterentwicklung: "Wir sind ständig in Überlegungen, wie wir sie noch mehr nutzen können." Daran tüftelt ein standortübergreifender Arbeitskreis.

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