Caritas in NRW

Wohnungslosenhilfe

Gute Projekte

Eigene Stärken finden

Von der Straße auf den Fußballplatz

Zwei Männer die auf einem umzäunten Ascheplatz Fußball spielen. Im Hintergrund sind zwei schwarze Autos und eine Häuserwand zu sehen.Caritas

eit drei Jahren bieten die Streetworkerinnen und die Wohnungslosenhilfe der Caritas Gelsenkirchen ein Fußballprojekt für wohnungslose und suchterkrankte Menschen an. "Das Fußballspielen tut den Jungs gut", sagt Sozialarbeiterin Jennifer Wnuk. Ein kleiner Regenschauer, wie jetzt beim Training, hält sie da nicht vom Kicken ab. Vom Leben auf der Straße kennen viele ohnehin ganz anderes Wetter.

"Fußball geht immer", sagt Chris. Er findet: "Das Spielen macht Sau-Mega-Spaß hier." Der ehemalige Wohnungslose kommt regelmäßig zum Essen und Fußballspielen ins Wilhelm Sternemann Haus. Zusammen mit etwa acht anderen Besuchern der Begegnungsstätte für Wohnungslose und den Sozialarbeiterinnen Jennifer Wnuk, Conny Müller und Patrizia Vacca nimmt er sogar an Turnieren teil. Ihre Ausrüstung wurde u. a. von der "Stiftung Schalke hilft!" und dem Bistum Essen gespendet.

Kontakt

Wilhelm Sternemann Haus, Husemannstr. 52, Gelsenkirchen
Telefon: 02 09/20 14 02



Das Medi-Mobil in Krefeld

Rollendes Behandlungszimmer am Straßenrand

Um Menschen, die auf der Straße leben, eine ärztliche Erstversorgung zu ermöglichen, fährt in Krefeld seit 2003 einmal in der Woche abends das von Diakonie und Caritas getragene "Medi-Mobil" durch die Stadt. An Bord des zum mobilen Behandlungszimmer ausgebauten Einsatzfahrzeugs sind jeweils ein Arzt oder eine Ärztin sowie ein Fahrer mit pflegerischer Ausbildung von DRK oder Malteser Hilfsdienst. Begleitet werden sie von einem der Caritas-Streetworker. Mediziner und Pfleger übernehmen diesen Dienst ehrenamtlich. Verbandsmaterialien und Medikamente spendet regelmäßig eine Krefelder Apotheke. Den Einsatz koordiniert die Caritas. Meistens werden kleinere Verletzungen versorgt oder ärztliche Ratschläge gegeben. Dank engagierter Zahnärzte hat die Caritas in Krefeld in ihrer Notschlafstelle mit "Denti-vor-Ort" ein zahnärztliches Notfall-Behandlungszimmer eingerichtet. Sprechstunde ist dort wöchentlich.

Informationen

"Medi-Mobil" in Krefeld - Ärztliche Hilfe für Suchtkranke und Obdachlose - ist in Trägerschaft von Caritas und Diakonie. Wer das "Medi-Mobil" oder "Denti-vor-Ort" unterstützen möchte, wendet sich bitte an:

Torsten Gärtner unter der Mobil-Nr. 01 74/6 71 42 39 (montags bis freitags, 9 bis 13 Uhr).

www.caritas-krefeld.de



NRW-Wallfahrt für Obdachlose

"Wer glaubt, ist nicht allein"

Eine Gruppe von Männern und Frauen steht vor einem großen Obdachlosen-Grab. Auf dem Grab stehen zwei Männer, die ein Kreuz und ein Schild hochhalten.pdp

Dortmund war im Mai Ziel der NRW-Wallfahrt für obdachlose und bedürftige Menschen. Etwa 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus sieben Städten in NRW besuchten Stationen am Franziskanerkloster, auf dem Ostfriedhof und in der Gastkirche St. Michael. "Wer glaubt, ist nicht allein", sagte der Dortmunder Wohnungslosenseelsorger Daniel Schwarzmann. Dies zu spüren, sei auch ein Ziel der Wallfahrt. Die Teilnehmer aus Dortmund, Münster, Recklinghausen, Paderborn, Maria Veen, Vreden und Köln brachten im Gottesdienst jeweils Gedanken zu einem der sieben biblischen Werke der Barmherzigkeit ein.

Die Wallfahrt obdachloser und bedürftiger Menschen gibt es seit 15 Jahren. Unterstützt wurde der Tag in Dortmund durch viele Ehrenamtliche. Darüber hinaus kochte die Gaststätte "Pfefferkorn" für die 170 Teilnehmer ein Mittagessen, und die Dortmunder Stadtwerke DSW 21 stellten Tages-Tickets für Bus und Bahn zur Verfügung.



"Impuls" in Alsdorf

Stationäre Hilfe für suchtkranke Wohnungslose

Auf die Frage, wie erfolgreich die sozialtherapeutische Trainingseinrichtung "Impuls" des Regionalen Caritasverbandes AachenStadt und Aachen-Land in Alsdorf arbeitet, sagt ihr Leiter Ralf Commer (53) kurz: "Zwei Mitarbeiter in unserem Nachtdienst sind ehemalige Bewohner dieser Einrichtung." Sie nimmt suchtkranke Wohnungslose auf, die sich entschlossen haben, eine Therapie zu absolvieren. Acht Plätze stehen zur Verfügung. "Zu uns kommen diejenigen, die erkannt haben, ich muss etwas tun", sagt Commer. Einige haben Haft hinter sich, Beziehungen sind in die Brüche gegangen. Wer in die Einrichtung möchte, muss clean und trocken sein, abstinent leben.

Halt finden in der Suchttherapie

Die sozialtherapeutische Trainingseinrichtung "Impuls" stellt seit 1995 acht Plätze zur Verfügung.

www.caritas-aachen.de/wlh



Das Ziel heißt Re-Integration

Wieder Boden unter die Füße bekommen

Das Carl-Sonnenschein-Haus in Oberhausen in der AußenperspektivePeter Hadasch

Die Caritas Oberhausen begleitet im "Carl-Sonnenschein-Haus" wohnungslose Menschen mit multiplen Problemlagen. Die "Sonne" mit ihren 80 Plätzen (davon acht für Frauen) liegt mitten im Stadtteil Alstaden. Aufnahme finden wohnungslose Menschen, die nicht selten suchtkrank, arbeitslos und ohne Perspektive sind. Für sie bedeutet die Aufnahme in der "Sonne" eine Chance, Boden unter die Füße zu bekommen. Dabei müssen viele erst wieder lernen, ihren Tag zu strukturieren oder sich in die Gemeinschaft einzufügen. Ambulant betreutes Wohnen hilft, die neue Selbstständigkeit außerhalb der Einrichtung zu erproben. Dass dies funktionieren kann, zeigen Bewohner, die es geschafft haben. Das Fachteam der "Sonne" hilft ihnen beim Bezug einer eigenen Wohnung oder bei der Aufnahme ­einer Beschäftigung. Manche suchtkranke Bewohner schaffen es sogar, abstinent zu leben. Vorbilder, die Mut machen.

Kontakt

E-Mail: marc.wroblewski@caritas-oberhausen.de
Telefon: 02 08/94 04-7 11



Vellerhof in Blankenheim

Beschäftigung und kontrolliertes Trinken

Ein Tisch mit Mal- und Bastelutensilien und einigen weihnachtlichen Dekorationsartikeln aus HolzRheinischer Verein

Seit 17 Jahren leitet Werner Hoff das Clemens-Josef-Haus in Blankenheim, eine stationäre Einrichtung der Gefährdetenhilfe. Das als Vellerhof bekannte Haus ist wie das Petrusheim in Weeze eine Einrichtung des Rheinischen Vereins für Katholische Arbeiterkolonien. Beiden angeschlossen sind auch landwirtschaftliche Betriebe. Aufnahme finden dort suchtmittelerkrankte Menschen - vom Hilfsarbeiter bis zum Akademiker. Was Hoff Sorgen bereitet: Die Bewohner werden immer jünger. Vellerhof und Petrusheim sind sogenannte nasse Einrichtungen. Bier ist erlaubt, Schnaps nicht. Sie folgen dem Konzept des "selbstkontrollierten Trinkens". Begleitete Selbstkontrolle des Konsums steht im Vordergrund, nicht unbedingt die Abstinenz. Der Erfolg ist spürbar und auch nachhaltig. Den Bewohnern wird auch eine ihren Fähigkeiten gemäße Beschäftigung zur Tagesstrukturierung angeboten. Das ist gut fürs Selbstwertgefühl.

www.rhein-verein.de



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