Wie wirksam?
Caritas NRW evaluiert existenz-unterstützende Angebote
Suppenküchen, Kleidershops, Möbelhäuser, Tafelläden, Warenkörbe, Lebensmittelgutscheinausgaben und Sozialkaufhäuser – immer mehr Pfarrgemeinden und Caritas-Träger unterhalten eines oder mehrere dieser existenzunterstützenden Angebote. Mit wachsender Armut kommen immer öfter neue Angebote hinzu. Doch was leisten sie wirklich? Wie wirksam sind sie? Das will die Caritas in NRW jetzt mit einer Studie untersuchen.
Existenzunterstützende Angebote sind sehr heterogen. Sie unterscheiden sich in ihrer Zielsetzung, ihrer individuellen Philosophie, bezogen auf das Helfen, auf Armutsbekämpfung und Klientensicht. Manche geben die Lebensmittel an Einrichtungen und Dienste, manche an Bedürftige aus; einige haben die Lebensmittelausgabe an eine Begegnungsstätte gekoppelt, andere bieten Kochkurse und Beratung an, wieder andere geben ein warmes Essen gegen eine kleine Gebühr ab; einige verlangen den ALG-II- oder SGB-XII-Bescheid zum Nachweis der Bedürftigkeit, andere nicht; einige geben Tüten heraus, bei anderen können die Betroffenen selbst auswählen.
Mittlerweile rückt die Frage nach dem Sinn solcher Ausgabestellen angesichts wachsender Nutzerzahlen immer häufiger in den Mittelpunkt. Angesichts einer äußerst unklaren Datenlage über die Dimension existenzunterstützender Angebote von gemeindlichen und verbandlichen katholischen Trägern in den fünf Diözesen Nord-rhein-Westfalens (Aachen, Essen, Köln, Münster, Paderborn) haben die Diözesan-Caritasverbände die Forschergruppe Tafelmonitor (Leitung Prof. Stefan Selke, Furtwangen, und Prof. Katja Maar, Esslingen) mit einer Evaluation beauftragt.
Die Ergebnisse dieser Studie sollen bei einer Fachtagung für gemeindliche und caritative Träger, für ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter von existenzunterstützenden Angeboten am 5. Oktober 2010 in Krefeld präsentiert und diskutiert werden.
Dr. Ulrich Thien







