Wohlfahrtsverbände fordern Zuschüsse für Schulmaterialien

Die Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen haben von der NRW-Landesregierung erneut konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut und Bildungsbenachteiligung gefordert.

Sie sprachen sich in Düsseldorf für eine Streichung des Eigenanteils für Schulbücher und die Wiedereinführung von Zuschüssen für Unterrichtsmaterialien zumindest für Kinder aus einkommensarmen Familien aus.

„Jedes Kind muss am ersten Tag des Schuljahres alle nötigen Bücher, Schreib- und Lernmaterialien zur Verfügung haben“, sagte der Vorsitzende des Arbeitsausschusses Armut der Landesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege, der Kölner Diözesancaritasdirektor Frank Johannes Hensel.

Derzeit lägen die Einschulungskosten pro Kind bei durchschnittlich 200 Euro, beklagte Hensel. Zudem müssten Eltern monatlich 60 bis 65 Euro für Hefte, Stifte und Lernmaterialien aufwenden. Familien, die Arbeitslosengeld II beziehen, könnten diese Kosten aus dem Regelsatz unmöglich aufbringen.

Auch Familien mit mehreren Kindern oder geringen Einkommen könnten nicht mithalten. Hensel forderte die Landesregierung auf, die durch die Verfassung garantierte Lernmittelfreiheit „wieder ernst zu nehmen“ und konsequent umzusetzen.

Aus "Caritas in NRW - AKTUELL", Ausgabe 4, September 2008