Caritas in NRW

St.-Alexius-Stube

Ein Anker für Menschen in Not

Einige Frauen und Männer stehen in einer Schlange vor der Essensausgabe der St.-Alexius-Stube, an der eine Mitarbeiterin der Einrichtung steht. Der Raum ist mit braunen Holzmöbeln ausgestattet.Caritas

Am 13. April 2010 öffnete die St.-Alexius-Stube in der Mörgensstraße im Stadtzentrum von Aachen erstmals ihre Türen für wohnungslose und hilfsbedürftige Menschen. Seitdem erhalten Menschen in prekären Lebenssituationen von hier aus neben einer warmen Mahlzeit auf Wunsch auch Zugang zur Kleiderkammer der Alexianer, medizinische Hilfe und seelsorgliche Betreuung.

Fünf Jahre nach dem Start ist die Nachfrage unvermindert hoch. "Täglich nutzen bis zu 100 Menschen das Angebot der St.-Alexius-Stube", berichtet Birgit Boy, Regionalgeschäftsführerin der Alexianer Aachen GmbH. "Arbeitslosigkeit, Krankheit, Behinderung, Armut, das Alter, Obdachlosigkeit oder auch ein ungeklärter Aufenthaltsstatus können dazu führen, dass Menschen aus dem sozialen Netz fallen. Diesen Menschen bieten wir in der St.-Alexius-Stube eine Anlaufstelle und Begegnungsstätte."

Dass sie das tun, ist für die Alexianer selbstverständlich. Schon im Mittelalter kümmerten sich die Begarden, die Vorläufer der heutigen Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder, um Menschen am Rande der Gesellschaft; Menschen, um die sich sonst kaum jemand kümmerte. In Zeiten der Pest versorgten sie - oft als Einzige - die Kranken und begruben die Toten. Später, nach ihrer Anerkennung als Ordensgemeinschaft durch Papst Julius II. Anfang des 16. Jahrhunderts, gehörten die Alexianer zu den Ersten, die psychisch kranken Menschen ein Zuhause boten und sie vor der Zurschaustellung schützten.

Eine Mitarbeiterin der St.-Alexius-Stube, die einen Mann mit Lederjacke anblicktCaritas

Geöffnet ist die St.-Alexius-Stube montags bis freitags von 11 bis 13 Uhr. Bedürftige erhalten einen Ausweis, der sie zur Nutzung der Angebote berechtigt. "Die Menschen kommen nicht nur in die St.-Alexius-Stube, weil sie hier für kleines Geld ein gutes Essen erhalten, sondern weil wir ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte haben", sagt Boy. "Bei sozialen oder gesundheitlichen Problemen versuchen wir, ihnen entweder selbst zu helfen oder auch weiterführende Kontakte zu vermitteln."

Noch heute ist die Ordensgemeinschaft der Alexianerbrüder über eine eigene Stiftung Träger aller Alexianer-Einrichtungen in Deutschland. In Aachen gehören dazu unter dem Dach der Alexianer Aachen GmbH das Alexianer Krankenhaus als Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, der Alexianer Wohn- und Beschäftigungsverbund für Menschen mit psychischen und geistigen Behinderungen sowie das Zentrum für ambulante Dienstleistungen Pia Causa.

Benannt ist die St.-Alexius-Stube nach dem Namenspatron der Alexianer. Der Legende nach speiste der heilige Alexius Arme und Obdachlose. In Einrichtungen wie der St.-Alexius-Stube wirkt dieses Charisma fort. Es wird mitgetragen von rund 15 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. "Ihr Einsatz ist für uns unverzichtbar", betont Birgit Boy. "Sie machen die St.-Alexius-Stube zu einem Ort, an dem Menschen in Not unkompliziert und schnell Hilfe finden. Dafür sind wir sehr dankbar."

Manuela Wetzel



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