Projekte „Frühe Hilfen“ aus dem Bereich der Caritas

 

Erziehungsberatung

Familien, deren Ressourcen zur Inanspruchnahme der klassischen Erziehungsberatung nicht ausreichen, sich aber im Vorfeld von ambulanten Hilfen bewegen, erhalten einen niedrigschwelligen Zugang zu dieser präventiven Erziehungsberatung des Caritasverbandes Münster. Auch der kommunale Sozialdienst kann die fachliche Kompetenz der Erziehungsberatungsstelle bei Fallbesprechungen abrufen. Das Beratungs- und Unterstützungsangebot nutzt die vorhandene fachliche Kompetenz passgenau für den Bereich der Prävention in der Jugendhilfe.                                                      

Müttercafé

Zentraler Baustein eines sozialen Frühwarnsystems ist ein Müttercafé für junge Mütter. Das Ziel ist frühes Erfassen von Hilfsbedarf, Aktivierung von Selbsthilfepotenzialen und niedrigschwellige Hilfsangebote in den Familienzentren. Beteiligt sind Ärzte, Hebammen, Tageseinrichtungen, Erziehungsberatungsstelle, Gesundheits- und Jugendamt, ARGE und Caritasverband.

 

 

Netz Früher Hilfen

Der SkF in Ahaus und Vreden hat schon 2006 ein Projekt „Soziales Frühwarnsystem / Frühe Hilfen“ für junge Familien in Gronau aufgelegt. Im Auftrag des Jugendamtes wird eine halbe Stelle gefördert, die ein Netz Früher Hilfen in Gronau aufbaut. Dazu gehören der Einsatz ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen im Zusammenhang mit Elternbriefen, der Einsatz von Bonusheften, niedrigschwellige Bildungsangebote und Mütterberatung. Eine zusätzliche Halbtagskraft widmet sich der Arbeit mit Alleinerziehenden, daneben besteht die Möglichkeit einer intensiveren Beratung und Begleitung in Einzelfällen durch eine Diplom-Sozialpädagogin oder eine Hebamme (Abrechnung über Fachleistungsstunden mit dem Jugendamt über einen speziellen Präventionstopf).

Soziales Frühwarnsystem

Der Caritasverband Emsdetten-Greven hat in Kooperation mit dem Jugendamt ein Frühwarnsystem aufgebaut. Institutionen und ihre Mitarbeiter, die vor allem in den Gesundheitsberufen mit Kindern zwischen null und drei Jahren Kontakt haben, wurden informiert und sollen kooperieren. Für sie gibt es auch ein Beratungsangebot (anonym), um eine Risikolage einschätzen oder sich über Hilfen informieren zu können. Für junge Eltern wird eine Elternschule durchgeführt. Bei Bedarf gibt es flexible, niedrigschwellige, einzelfallbezogene Unterstützungsangebote.

 

 

Schreibaby-Beratung

Ein Angebot für Eltern, die von häufig schreienden, aggressiven und schlecht schlafenden Kindern berichten, macht der Caritasverband im Rhein-Kreis Neuss. Durch Elterngespräche, Diagnostik und Spielbeobachtungen soll den Eltern wieder ein positives Gefühl für ihre Kinder vermittelt werden. Vorrangiges Ziel ist es, den Eltern ihre Unsicherheit zu nehmen. Neben der Beratung finden eine Elterngruppe, eine Kindergruppe für Vorschulkinder und eine Fortbildung für Eltern-Kind-Kursleiter statt.

 

 

Familienpatinnen

Ehrenamtlich stehen Familienpatinnen insbesondere jungen Frauen unterstützend zur Seite, die bei der Betreuung ihrer Kinder Hilfe brauchen. Sie helfen beim Großeinkauf oder bei Behördenangelegenheiten und haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Probleme der jungen Familie. Bei Bedarf vermitteln sie professionelle Hilfen. Die Patinnen werden an acht Kurstagen mit insgesamt 32 Unterrichtsstunden auf ihre Arbeit vorbereitet. Die Fortbildung endet mit der Vergabe eines Zertifikates (CV Bonn; CV Euskirchen; CV und SkF Remscheid; SkF Rhein-Erft-Kreis; SkF Wuppertal; SKF Langenfeld; CV Rhein-Sieg; CV Rhein-Kreis Neuss; CV Rheinisch-Bergischer Kreis).

wellcome

Der SkF Lüdinghausen hat im September 2008 ein Projekt „wellcome“ als praktische Hilfe nach der Geburt des Kindes gestartet. Das Konzept basiert auf dem Konzept „wellcome“ von Rose Volz-Schmidt (
www.wellcome-online.de). Während der ersten Wochen und Monate nach der Geburt erhalten Familien individuelle Hilfen durch Ehrenamtliche, ca. zwei- bis dreimal die Woche für zwei bis drei Stunden. Für die Hilfe werden bis zu vier Euro pro Stunde berechnet, Ermäßigungen oder völliges Erlassen des Geldes sind möglich. „wellcome“ funktioniert als eine Art „moderne Nachbarschaftshilfe“. Die Ehrenamtlichen werden fachlich durch eine Koordinatorin unterstützt und begleitet.

Kurse für Schwangere und junge Mütter

In zahlreichen Kommunen führen Caritasverbände und SkF Trainings- und Unterstützungskurse für Schwangere und junge Mütter durch. Einige Beispiele: Der SkF Gütersloh bietet „Fit fürs Baby“ für Frauen mit geringen deutschen Sprachkenntnissen an. Der SkF Dortmund wendet sich mit „Fit fürs Baby“ an sozial benachteiligte und finanzschwache Frauen. In Siegen bietet die Beratungsstelle des SkF kontinuierlich einen Kurs „Das erste Lebensjahr“ für junge Mütter an. Der SkF Paderborn unterhält einen „Treff für junge Schwangere und Mütter“ in Kooperation mit der Schwangerschaftsberatungsstelle des Kreises.

Babynest

Der Eltern-Kind-Kurs „Babynest – Leichter Start mit dem Kind“ basiert auf der Kleinkindpädagogik der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler. Ihr schlichter, aber wirkungsvoller Ansatz zeigt, wie sich Liebe und Respekt in die alltäglichen Handlungen übersetzen lassen. Die katholische Familienbildung im Erzbistum Köln konzipierte „Babynest“ für Mütter und Kinder aus den sog. bildungsfernen Schichten; es wird in Kooperation mit den esperanza-Schwangerschaftsberatungsstellen veranstaltet. Die Kurse bestehen aus jeweils acht bis zwölf Treffen mit jeweils drei Unterrichtsstunden und können bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes besucht werden. Info:
www.fruehehilfen-caritasnet.de

 

Bindungsschule

Der Caritasverband Borken führt im Auftrag der Stadt das Projekt Bindungsschule durch, einen Baustein im sozialen Frühwarnsystem. Hier werden frühzeitig Beratungsangebote für Familien entwickelt, bei denen besondere biologische, soziale und/oder psychologische Risikofaktoren vorliegen und damit Anhaltspunkte für mögliche langjährige Jugendhilfekarrieren gegeben sind. Frühzeitige Klärung und fachlich unterstützende Intervention sollen bereits während der Schwangerschaft erfolgen. Auf der Grundlage der Bindungstheorie soll ein präventives Angebot entwickelt werden, um Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. Umgesetzt wird die Elternarbeit als Einzelfallhilfe.

Krisentelefon

Ein Kooperationsverbund katholischer Träger hat im Kreis Recklinghausen ein Krisentelefon für Schwangere und Mütter mit Neugeborenen eingerichtet. Das Krisentelefon ist ein rund um die Uhr erreichbares anonymes, präventives, niederschwelliges Beratungsangebot für Frauen, die sich vor oder nach der Geburt eines Kindes in einer Krisensituation befinden und bestehende Beratungsangebote nicht nutzen. Die akute Krisensituation der Mutter soll überwunden werden. Es sollen neue Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt sowie der Zugang zu bestehenden Hilfs- und Beratungsangeboten eröffnet werden. Partner sind der Caritasverband Recklinghausen, die Telefonseelsorge, der Sozialdienst kath. Frauen in Datteln und in Recklinghausen sowie der Caritasverband für die Stadt Castrop-Rauxel.

 

 

 

Kooperationen

Ungezählte Kooperationsverträge oder -vereinbarungen von Diensten (Schwangerschaftsberatungsstellen, Erziehungsberatungsstellen u.a.) und Einrichtungen ( u.a. Tageseinrichtungen) sind im Rahmen von Familiennetzwerken und sozialen Frühwarnsystemen abgeschlossen worden. Oft beteiligen sich Dienste und Einrichtungen an kommunalen Präventionsprojekten, kooperieren mit Krankenhäusern.
Hebammensprechstunden finden in mehreren Schwangerschaftsberatungsstellen statt.
Familienzentren/Schwangerschaftsberatungsstellen
Auch die präventive Arbeit  in Familienzentren wird ausgebaut: „Wiegestunden“ (Kooperation Kita und Familienhebamme), „Gesunde Ernährung“, „Starke Eltern - Starke Kinder“, „Ich gehe zur U und Du“ sind nur einige Beispiele für Projekte. Niedrig schwellige Angebote der Gruppenarbeit, offene Treffs, Cafés für unterschiedliche Zielgruppen gibt es in fast allen Schwangerschaftsberatungsstellen, auch in Kooperation mit Hebammen, Familienbildungsstätten und anderen

Frühwarnsystem

Gesundheitsamt, Geburts- und Kinderklinik, Gynäkologen, Kinderärzte, niedergelassene Hebammen sowie von Seiten der Jugendhilfe das Jugendamt, SkF und Caritas-Beratungsstelle sind die Kooperationspartner beim sozialen Frühwarnsystem „Frühe Hilfen für Mutter und Kind“ in Bottrop. Vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Alter der Kinder von drei Jahren erhalten Familien Beratung und praktische Unterstützung in belastenden Lebenssituationen: Hilfen bei der Geburtsvorbereitung, zur Pflege und Ernährung des Kindes, Bewältigung von Stillproblemen, Förderung des Kindes und die Organisation des Alltags mit Kind. Durch ein Risikomonitoring soll die bessere Früherkennung von riskanten kindlichen und familiären Lebenslagen gelingen.

 

Familienpatenschaften

Ein soziales Frühwarnsystem dient in Erkelenz der Früherkennung von akuten Belastungssituationen von Familien und insbesondere Müttern, die die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen können. Dazu zählen große Unsicherheiten und Ängste im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern und Überforderungssituationen. Die Unterstützung der Familien erfolgt durch die Einrichtung von Patenschaften. Gleichzeitig können Kindeswohlgefährdungen frühzeitig erkannt werden und angemessene Hilfeformen im Rahmen von Jugend- und Erziehungshilfe eingeleitet werden. Es kooperieren Krankenhaus, Caritasverband für die Region Heinsberg, Jugendamt, Kinderärzte und das Kreisgesundheitsamt.

 

 

Fortbildungsangebot für Hebammen

Im Auftrag des Kreisjugendamtes Coesfeld hat die Erziehungsberatungsstelle des Kreiscaritasverbandes  Coesfeld im Jahr 2008 eine Fortbildung für Hebammen zum Thema Frühe Hilfen angeboten. Dabei ging es um Eltern-Kleinkind-Beratung, Kinderschutz, Indikatoren der Kindeswohlgefährdung, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Kooperation mit Netzwerkpartnern und Beratungsangebote.

 

 

Familienhebamme

Die Familienhebamme besucht Schwangere und Mütter zuhause, die nicht in der Lage sind, die Angebote in der Schwangeren- und Mütterberatung aufzusuchen. Sie gibt Anleitung für Pflege und liebevollen Umgang mit dem Kind. Erkennt sie bei ihren Besuchen weiteren Bedarf an Unterstützung, vermittelt sie zu anderen Diensten, wie Jugendhilfe, Schuldner-, Ehe-, Drogenberatung u.a. Außerdem kooperiert sie mit Medizinern, freiberuflichen Hebammen und dem Jugend- und Gesundheitsamt.(CV Euskirchen, CV für den Oberbergischen Kreis, CV für den Rheinisch Bergischen Kreis, CV Wuppertal).

 Aus "Caritas in NRW", Ausgabe 3/2009