Aufwärtstrend gestoppt
Kurberatung nach Boomjahr zurückgegangen
Die Krankenkassen lehnen seit Anfang des Jahres wieder häufiger Kuranträge ab. Das hat die Caritas in NRW beobachtet. Grund ist vermutlich der neue Gesundheitsfonds. In den letzten drei Jahren waren die Kuranträge erstmals wieder stark gestiegen.
Die Kassen befürchten offensichtlich, dass sie zusätzlich zum Krankenkassenbeitrag für den Gesundheitsfonds einen Beitrag von ihren Mitgliedern erheben müssen, wenn ihre Ausgaben zu hoch werden. Dies würde sie dann im Vergleich zur Konkurrenz schlechter stellen. „Aber nicht finanzielle Überlegungen, sondern die gesundheitliche Belastung der Frauen und Kinder und der Umsetzungsgrad der medizinisch notwendigen Hilfen machen Gesundheitspolitik familienfreundlich“, betonte Resi Conrads-Mathar für die Caritas im Bistum Aachen.
Im Jahr 2008 haben die Kurberatungsstellen der Wohlfahrtsverbände rund 11 Prozent mehr Frauen beraten als im Jahr davor, genau 25.360. In knapp der Hälfte der Fälle erfolgreich, sodass rund 10.000 Frauen mit 16.000 Kindern die Kur antreten konnten. Die Zahl der Ablehnungen ist also gesunken, sie schwankt jedoch je nach Kasse stark. „Nachdem die Krankenkassen die stationären Vorsorge- und Reha-Maßnahmen als Pflichtleistung in den Leistungskatalog aufgenommen haben, zeigt sich in Zahlen, wie groß die gesundheitliche Belastung der Mütter in Deutschland ist“, sagte Conrads-Mathar. In früheren Jahren waren viele Frauen durch die Zuzahlungsbestimmungen und die Bewilligungspraxis verunsichert, sodass sie oft gar keinen Antrag auf eine Kur mehr stellten. Durch intensive Information und Beratung gelang es den Kurberaterinnen und den ehrenamtlich Verantwortlichen des Müttergenesungswerkes, die Frauen zu stärken und bei medizinischer Notwendigkeit ihren Anspruch durchzusetzen.
cpd
Aus "Caritas in NRW-AKTUELL", Ausgabe 2/2009









